Volkskultur im Dirndl und im Schottenrock gefeiert

Gestern strömten Tausende Besucher zum traditionellen Kirchtag im Kramsacher Höfemuseum. Darunter treue Tirol-Fans aus Edinburgh.

Kramsach –So wie es seit 37 Jahren der Brauch ist, fand auch heuer wieder am letzten Sonntag im September der traditionelle Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe statt. Schützen, Musiker, Brauchtumsgruppen und Tausende Besucher aus dem In- und Ausland läuteten festlich das Saisonende ein.

Mit einem lauten Knall aus der „Kawum“, der historischen Kanone der Wild­schönauer Sturmlöda, setzte sich gegen 9.30 Uhr der aus mehreren Musikkapellen, Schützenkompanien, den Kasedlfrauen und zahlreichen Ehrengästen bestehende Umzug in Bewegung. Gemeinsam marschierte man auf die große Festwiese, wo die traditionelle Feldmesse abgehalten wurde. Bei der anschließenden Eröffnungsrede betonte Landesrat Johannes Tratter, wie wichtig die Arbeit der über 500 freiwilligen Helfer sei, die einen großen Beitrag zum Erhalt der Höfe leisten würden. Damals wie heute bereiten Bäuerinnen Speisen aus ihrer Region vor, die dann in den jeweiligen Höfen verkauft werden. Der Erlös kommt den Höfen zugute. „Abgesehen von der Unterstützung für das Museum geht es auch um das Bewahren alter Traditionen“, meinte dazu Hans Knoll, der Obmann des Museumsvereines, „denn nur gelebtes Brauchtum garantiert, dass die Welt unserer Vorfahren lebendig bleibt.“

Das Interesse an alter Tiroler Volkskultur ist nach wie vor nicht nur im Inland ungebrochen groß. Die überregionale Bedeutung des Kirchtags war allein daran zu erkennen, dass die offizielle Begrüßung der Gäste in vier Sprachen abgehalten wurde. Und so sah man anschließend auf dem Tanzboden nicht nur fesche Damen in wehenden Dirndln. Zu den Klängen flotter Musik wirbelten ebenso ein paar Schottenröcke ausgelassen über das Parkett. Bei den stolzen Trägern handelte es sich um drei rüstige Herren aus Edinburgh, die seit 26 Jahren das Fest besuchen. „Wir lieben den Kirchtag und die Tiroler Kultur“, sagte der 75-jährige Jack Raeburn, der mit seinen Kollegen in ihren bunten Röcken für viel Aufsehen sorgte. Abseits der großen Festwiese wurde wieder vielerlei angeboten. In allen Höfen spielten Musiker aus ganz Tirol, Bäuerinnen reichten ihre hauseigenen Spezialitäten und vor den Toren der Höfe zeigten Handwerker alte Fertigungstraditionen. (gg)


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