Schlüssel liegt in der Konzentration

Nach dem Cup-Aus in Pasching startet Wacker heute (19 Uhr) bei Sturm ins richtungsweisende zweite Quartal der Bundesliga-Meisterschaft. „Mander s’isch Zeit“, weiß nicht nur der Mannschaftsrat.

Von Alex Gruber

Innsbruck –„Der Weg zu dir selber hört nie auf, hinter dir geht’s abwärts und vor dir steil bergauf ...“ Der Evergreen von Austro-Pop-Ikone Wolfi Ambros hätte sich gestern auch in den wackeren Kopfhörern auf der Fahrt nach Graz empfohlen. Nach dem ersten Viertel der neuen Saison weiß man noch nicht so recht, was man (von der Tabelle) halten soll. Es stehen zwar nur zwei Niederlagen zu Buche, aber auch nur ein Sieg, der in Runde zwei am 27. Juli bei der Admira glückte. Sechs Remis bedeuten gleichermaßen, wie schwer das Gewinnen gegen die Schwarzgrünen ist und wie schwer es ihnen bislang – auch aufgrund von Unkonzentriertheiten – selbst fiel. Nach der schwachen Vorstellung bei der Cup-Pleite in Pasching ist für Coach Roli Kirchler („Wir hatten einige Negativerlebnisse, auch in Form von Siegen, die wir nicht gemacht haben.“) Schluss mit lustig. Was heute in Graz zählt, auf wen Kirchler baut und wohin die Reise in den nächsten Wochen führen könnte, fasst die TT in einigen Eckpunkten zusammen.

1Glaube: „Das Beste wäre wieder einmal ein Sieg, egal wie, denn dann hören wir auf zu denken“, weiß auch Kirchler, dass kein Hahn danach gekräht hätte, wenn Wacker in Pasching einen „dreckigen“ 1:0-Sieg gefeiert hätte. Motto: Mund abputzen, vorwärtsschauen. „Das war nicht meine Mannschaft, auf die ich vertraut habe. So ein Spiel werden wir nicht mehr abliefern“, baut Kirchler wieder auf die bewährten kämpferischen Grundtugenden aus dem Abstiegskampf.

2 Routiniers: Die lautstarken Dirigenten wurden in den letzten Wochen vermisst. Szabolcs Sáfár wird im Tor zwar nicht mehr zum schreienden Vulkan werden, ein paar Unhaltbare hat der 39-Jährige aber noch immer gehalten. In Graz packt Kirchler auch wieder Kapitän Tomáš Abrahám in der Grundaufstellung aus: „Jetzt brauche ich Leute, die wissen, um was es geht.“ Abrahám, der auf der Fahrt nach Graz noch nichts von seinem „Glück“ wusste, signalisiert seine Bereitschaft: „Ich trainiere immer gleich, bin immer bereit. Wir haben eine wichtige Partie vor uns und im zweiten Quartal viele Heimspiele gegen direkte Konkurrenten (Admira, WAC, Wiener Neustadt, Anm.), bei denen wir uns von hinten absetzen können. Es liegt alles im Kopf. Wir haben schon genug Punkte verloren, weil wir die Konzentration nicht halten konnten“, führt der 34-jährige Staubsauger vor der Abwehr aus. Der Mannschaftsrat um Abrahám, Co-Kapitän Alex Hauser, Marco Kofler und Christopher Wernitznig hat diesbezüglich bereits schon zum Team gesprochen.

3 Verantwortung: Jeder muss sie übernehmen. Und in der Innenverteidigung bleibt sie nach den Fehltritten von Egoitz Jaio weiter an den „Grünschnäbeln“ Sebastian Siller und Stipe Vucur hängen. „Es gibt keine Innenverteidigung in der Liga, die gemeinsam weniger Bundesliga-Spiele hat. Das ist keine Ausrede, sondern ein Lernprozess. Das sind Gesetze im Fußball, die überall greifen“, spielt Kirchler darauf an, dass Siller (bislang 16 Bundesliga-Partien) und Vucur (8) im Heranreifen sind. Ebenso wie Lukas Hinterseer, der nach der Cup-Pause wieder mit Sturm-Schreck Roman Wallner stürmt.

4 Humor: Der Ernst der Lage (Hauser: „Jeder hat’s verstanden. Es gibt nur Gas­geben“) scheint allen bewusst. Und der Trainer bewahrt bei Fragen nach der Aufstellung auch den notwendigen Humor: „Über die Flanken kommen Kirchler und Jezek. Ich weiß aber noch nicht, ob der Patrik am Samstag Zeit hat.“

5Gegner: Sturm rund um das Angriffsduo Beric und Beichler erwartet Kirchler mit seinem Team in etwa „auf Augenhöhe“: „Der Sieger dieser Partie kann in der Tabelle nach vorne blicken, der Verlierer muss sich nach hinten orientieren. Nach dem Cup-Aus wäre auch das siebente Remis durchaus positiv.“


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