Klick-Hits aus der Kinderstube

Innsbruck – Dass eine Musiker-Karriere nicht mehr an physische Tonträger gekoppelt ist, hat uns das Internet-Zeitalter längst gelehrt. Wie s...

Innsbruck –Dass eine Musiker-Karriere nicht mehr an physische Tonträger gekoppelt ist, hat uns das Internet-Zeitalter längst gelehrt. Wie sich YouTube-Klick-Hits nach ein paar Monaten Anheiz-Phase in der virtuellen dann in der realen Welt bewähren, konnte man Donnerstagabend im Innsbrucker Weekender erleben: Jubel, Trubel, Hype-Alarm – Milky Chance sorgten für ein ausverkauftes und schließlich auch ziemlich zufriedenes Haus.

Das neueste Internet-Wunder aus Deutschland ist eine Zweimann-Band mit dem gewissen Schulbuben-Charme und dabei ziemlich erwachsen klingendem Singer/Songwriter-Pop, der sich an Club-Sounds und Folk genauso wie an Reggae-Beats bedient. Live regieren die Lässigkeit – und Clemens Rehbeins bemerkenswerte Reibeisenstimme: Der aus Kassel stammende Musiker fand Anfang des Jahres neben den Matura-Vorbereitungen auch Zeit, im elterlichen Kinderzimmer an seiner Musik zu basteln und sie auf YouTube zu stellen. Bingo: Vor allem die aufgeräumte und überaus tanzbare Melancholie von „Stolen Dance“ bahnte sich den Weg in die Herzen und Gehörgänge, man durfte die Suche nach einem Lieblingslied für die warme Jahreszeit getrost einstellen.

Auch darüber hinaus hat das Debütalbum „Sadnecessary“ einiges zu bieten: Im Mai wurde es die Digitalversion veröffentlicht, Mitt­e Oktober folgt die CD. Es wurd­e langsam Zeit, das Netz zu verlasse­n. Denn dort wartet siche­r schon das nächste dick­e Ding. (jel)


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