Bauern wollen keine Almosen

Förderung, Almosen oder Ausgleichszahlung im öffentlichen Interesse? Bei der Almbegegnung ging es ums Überleben der Bauern.

Von Paul Schranz

Galtür –Traditionell stand der Vorabend der Almkäse­olympiade in Galtür nicht unter dem Zeichen der Geschmackskultur, sondern des kultivierten Streitgesprächs. Diesmal ging es um die Frage, ob die Leistungsabgeltungen der Retter oder der Sargnagel der Berglandwirtschaft sind. Und es waren durchaus kontroversielle Standpunkte, die auf der Bühne aufeinandertrafen.

Die Bauern kämen durch die Leistungsabgeltungen in eine Abhängigkeit – das warf der Salzburger Bauer und Journalist Hans Gmeiner in den Raum. Allerdings seien sie notwendig, um das Überleben sicherzustellen. Der Agrarökonom und Stubaier Bauer Norbert Gleirscher betonte die Leistungen, die die Bauern auch für den Landschaftsschutz erbringen. Deshalb könne man bei den Förderungen auch nicht von Almosen reden. Er hat die Wirtschaftlichkeit seines Zehn-Hektar-Betriebes im Stubai durchgerechnet und ist dabei auf einen Stundenlohn von zwei Euro gekommen. „Eigentlich müsste ich zusperren. Allerdings macht mir die Arbeit Spaß.“

Bauernbunddirektor Peter Raggl, einer von zahlreichen Besuchern der Podiumsdiskussion, appellierte, nicht von Förderungen für die Bauern, sondern von Ausgleichszahlungen im öffentlichen Interesse zu sprechen. Die Abgeltungen seien wichtig und eine Wertschätzung für die Arbeit. Die Landwirtschaft erhalte das Leben in den Tälern und müsse auch künftig entsprechend unterstützt werden.

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