Egger holt sich Geld vom Kapitalmarkt

Der Unterländer Holzkonzern plant bereits neue Standorte im Osten und begibt dafür eine Anleihe.

St. Johann –470 Millionen Euro hat sich der St. Johanner Holzkonzern Egger in den vergangenen drei Jahren bereits über Unternehmensanleihen besorgt und damit sein flottes Wachstum finanziert. Anfang Oktober bringt Egger nun erneut eine Anleihe auf den Finanzmarkt, diesmal soll es eine so genannte Hybridanleihe mit unbegrenzter Laufzeit und einer Verzinsung von 7,125 Prozent in den ersten sieben Jahren sein. Dennoch sei laut Egger-Finanzchef Thomas Leissing geplant, die Anleihe nach sieben Jahren zurückzuzahlen. Mindestens 75 Millionen Euro will Egger heuer aufnehmen, die endgültige Summe wird erst kurz vor der Zeichnungsfrist bekannt gegeben. Auch wenn der Holzkonzern weiter am Finanzmarkt aktiv sei, denke man nicht an einen Börsegang. „Wir sind ein Familienunternehmen und wollen das auch weiterhin zu 100 Prozent bleiben“, betont Leissing im TT-Gespräch.

Mit dem frischen Geld will Egger die Expansion, vor allem mit Schwerpunkt auf Osteuropa, weiter vorantreiben. Laut Leissing denke man bereits an ein neues Produktionswerk im Osten. In Rumänien, Polen und Russland sei man bereits auf Standortsuche. Auch weitere Akquisitionen schließt Leissing derzeit nicht aus, diese könne man aber nicht konkret planen: „Wenn sich aber eine Gelegenheit bietet, sind wir finanziell gut aufgestellt“, sagt der Finanzboss.

Auch am Stammsitz in St. Johann wird weiter investiert, in den kommenden zwei Jahren sollen rund 50 Millionen Euro rollen. Im Frühjahr 2014 erfolgt bereits der Spatenstich für ein neues Verwaltungsgebäude, außerdem werden ein modernes Hochregallager und eine neue Beschichtungsanlage errichtet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012/13 knackte der Holzkonzern beim Umsatz mit 2,181 Mrd. Euro erstmals die Zwei-Milliarden-Grenze und legte um elf Prozent zu. Insgesamt beschäftigt Egger in seinen 17 Werken in Europa 7100 Mitarbeiter. (bea, APA)


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