In Stockholm wird schon spekuliert

Stockholm – Schon in weniger als einer Woche könnte der diesjährige Literaturnobelpreisträger feststehen. Sicher ist das aber in Stockholm n...

Stockholm – Schon in weniger als einer Woche könnte der diesjährige Literaturnobelpreisträger feststehen. Sicher ist das aber in Stockholm nicht. Denn sogar um den Termin macht die Schwedische Akademie traditionell ein großes Geheimnis. An einem Donnerstag Anfang oder Mitte Oktober soll es so weit sein – mehr sagen die Stockholmer nicht. Infrage kommt demnach frühestens der 3. Oktober. Für Insider ist dieses Datum aber eher unwahrscheinlich.

Derweil treiben die Spekulationen über den Preisträger im Netz, wie zuletzt üblich, vor allem US-amerikanische Blüten. Thomas Pynchon, Philip Roth oder Joyce Carol Oates sind Namen, die seit Jahren die Wettlisten von Anbietern wie Ladbrokes dominieren – deren Träger aber nie einen Nobelpreis gewannen. Seit 20 Jahren ging die Literatur-Auszeichnung nicht mehr in die Vereinigten Staaten.

Sie glaube auch nicht, dass ein Amerikaner dieses Jahr den Nobelpreis bekomme, sagte die schwedische Feuilletonistin Maria Schottenius. „Es könnte sein, dass das Komitee auf die nächste Generation amerikanischer Autoren wartet.“ Ihrer Ansicht nach hat etwa die weißrussische Journalistin Swetlana Alexijewitsch gute Chancen. Sie sei eine Autorin, die „der Welt bemerkenswerte Dinge über die Geschehnisse in Russland zu sagen hat“.

Unangefochtener Spitzenreiter der Wettlisten im Internet ist aber, wie schon 2012, der Japaner Haruki Murakami. Nach Wetteinsätzen dicht auf den Fersen sind dem Japaner etwa der Ungar Péter Nádas, der südkoreanische Dichter Ko Un oder die algerische Schriftstellerin Assia Djebar. Auch Peter Handke wird auf den einschlägigen Top-30-Listen geführt.

Aussagekräftiger werden die Tipplisten aber wohl erst kurz vor der Bekanntgabe, wenn Einsätze auf bestimmte Autoren in die Höhe schnellen. Als heißer Kandidat wird erneut auch der kenianische Autor Ngugi wa Thiong’o gehandelt. Dem Literaturpreisträger winken neben der Ehre acht Mio. Kronen (etwa 930.000 Euro). (APA)


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