Gesundheitsministerium warnt vor Cholera in Mexikos Flutgebieten

Nach acht Cholera-Fällen leitet die mexikanische Regierung ein Notfall-Programm ein. Unterdessen wird der Badeort Acapulco von neuen Überschwemmungen heimgesucht. Die Unwetter könnten eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes werden.

Mexiko-Stadt – Angesicht mehrerer Cholerafälle in den mexikanischen Flutgebieten hat das Gesundheitsministerium ein Notfall-Programm eingeleitet. In den betroffenen Gebieten seien unverzüglich Präventionsmaßnahmen zu treffen, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Zudem müssten Ärzte Verdachtsfälle melden, berichtete die Zeitung „El Universal“ am Freitag.

Im Bundesstaat Hidalgo im Zentrum des Landes waren zuletzt acht Cholerafälle registriert worden. Eine Person erlag der Krankheit. Der erste Fall trat allerdings bereits vor den heftigen Unwettern auf, die seit Anfang vergangener Woche über Mexiko hinwegziehen. Der Mangel an sauberem Trinkwasser in den Flutgebieten dürfte die Lage allerdings weiter verschärfen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums war die letzte Choleraepidemie in Mexiko Ende der 1990er-Jahre registriert worden. Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen wird. Die Krankheit löst starken Durchfall und Erbrechen aus und kann unbehandelt zum Tod führen.

Hochwasseralarm in Acapulco

Angesichts erneuter Regenfälle wurde in der Tourismusmetropole Acapulco erneut Hochwasseralarm ausgelöst. Mehrere Wohngebiete seien überflutet worden, berichtete die Zeitung „Novedades Acapulco“ am Freitag. Zudem sei die Bundesstraße zwischen Acapulco und Zihuatanejo nach einem Erdrutsch unpassierbar. In der Region sind weiterhin starke Niederschläge und Gewitter zu erwarten, wie der Wetterdienst mitteilte.

Bereits am Donnerstag schlossen die Behörden die Schulen und ordneten die Evakuierung von gefährdeten Gebieten an. Anfang der vergangenen Woche hatten zwei Tropenstürme in Mexiko schwere Verwüstungen angerichtet.

Die Opferzahlen der Stürme „Ingrid“ und „Manuel“ steigen indes weiter. Das Innenministerium gab die Zahl der Todesopfer mit 145 an. Knapp 50 Menschen werden noch vermisst. Die meisten von ihnen werden in einem Dorf im Bundesstaat Guerrero im Südwesten des Landes vermutet, das bei einem Erdrutsch fast völlig zerstört wurde.

Schäden von über 75 Milliarden Peso

Die beiden Hurrikans könnten eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes werden. Es sei mit Schäden von über 75 Milliarden Peso (rund 4,3 Mrd. Euro) zu rechnen, teilte der Verband der Versicherungswirtschaft mit. Allein die Reparatur der Straßen dürfte mit 40 Milliarden Peso (rund 2,3 Mrd. Euro) zu Buche schlagen.

Die mexikanische Regierung hat bisher noch keine offizielle Schadenssumme veröffentlicht. 2005 hatte Hurrikan „Wilma“ Schäden in Höhe von 7,5 Milliarden Dollar verursacht. Damit gilt der Wirbelsturm, der die Halbinsel Yucatan heimsuchte, als bisher teuerste Naturkatastrophe in Mexiko. (APA/dpa)


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