Kenia will Truppen nach Geiseldrama nicht aus Somalia abziehen

Die islamistische Miliz Al-Shabaab droht mit weiteren Anschlägen in Kenia.

Nairobi, Mogadischu – Trotz des brutalen Geiseldramas in einem Einkaufszentrum der kenianischen Hauptstadt Nairobi will sich das Land nicht aus Somalia zurückziehen. Kenianische Truppen würden auch nach dem Überfall durch Kämpfer der somalischen Shabaab-Miliz in dem Nachbarland bleiben, bis dort Sicherheit gewährleistet sei, sagte Innenminister Joseph Ole Lenku am Freitag.

Am letzten von drei Staatstrauertagen wurden in Kenia am Freitag weitere Opfer der Geiselnahme bestattet. Präsident Uhuru Kenyatta nahm an der Trauerfeier für seinen im Westgate-Einkaufszentrum ermordeten Neffen teil. Mindestens 67 Menschen wurden getötet, zudem starben fünf Geiselnehmer. Eine Vermisstenliste des Roten Kreuzes umfasste am Freitag noch 59 Namen.

Eine Gruppe von Attentätern war am Samstagmittag in das Einkaufzentrum in Nairobi vorgedrungen, wo sie sich mit Geiseln verschanzte. Ein Teil des weitläufigen Gebäudes stürzte ein. Erst am Dienstagabend konnte Kenyatta das Geiseldrama für beendet erklären. Unter den offiziell bestätigten 72 Toten waren sechs Sicherheitskräfte und 16 Ausländer. Laut Miliz Al-Shabaab gab es sogar 137 Tote.

Die islamistische Miliz drohte auch am Freitag wieder über den Internetkurzbotschaftendienst Twitter mit weiteren Anschlägen in Kenia. Am Nachmittag sollte auf einem Parkplatz nahe des Anschlagsorts ein öffentliches Gebet stattfinden. Für Samstag war ein weiteres Gebet für den Frieden geplant, das 24 Stunden dauern sollte.

Innenminister Lenku versprach am Freitag, das Einkaufszentrum gegen Plünderer zu schützen. Er versicherte vor allem, dass dort tätige Sicherheitskräfte nichts stehlen würden. Zudem sollten Eigentümer von Geschäften in dem Einkaufszentrum bald hineingelassen werden, um ihren Besitz zu inspizieren, sagte Lenku. (APA/AFP)


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