Der Tiroler Denifl im Reigen der WM-Stars

Heute (10 Uhr, ORF Sport +) kommt es beim Straßenrennen der Rad-Elite zum WM-Showdown. Ein Tiroler Junior hatte bereits einen großen Auftritt.

Von Florian Madl

Innsbruck, Florenz –Wer hätte das gedacht: Die beiden besten österreichischen Platzierungen im Rahmen der Rad-WM in Florenz haben bislang starken Tirol-Bezug. Am Freitag radelte Patrick Konrad, Sohn des Land­ecker Wien-Marathon-Organisators Wolfgang und eine Zeit lang in Diensten des Tiroler Cycling-Teams, im U 23-Rennen auf Platz zehn.

Gestern tat es ihm der Neustifter Benjamin Brkic im Bewerb der Junioren gleich: „Das habe ich mir nicht erwartet“, jubelte der noch 16-Jährige zwei Tage vor seinem Geburtstag. Er hätte keine Form mehr gehabt, dachte Brkic vor dem Rennen. Sogar seine Nominierung sei in Frage gestanden. „Jetzt habe ich es allen gezeigt!“

Schade nur, dass Tirols Elite-Fahrerin Andrea Graus (ebenso wie Landsfrau Daniela Pintarelli) in ihrem letzten Karriererennen aufgeben musste. „Nachdem eine 50-Mann-Gruppe weggefahren war, hatten wir keine Chance mehr.“

Heute im Straßenrennen der männlichen Elite (10 Uhr/live ORF Sport +) darf Stefan Denifl zeigen, was er draufhat. Nach seinem Schlüsselbeinbruch Anfang Juli ist der Tiroler für die siebenstündige Tortur (272 km) gerüstet, einzig die Wetterprognosen bereiten ihm Kopfzerbrechen: „Regen, Regen, Regen – da kommt einiges auf uns zu (siehe Gastkommentar rechts).“

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Österreich ist erstmals seit der Heim-WM 2006 in Salzburg mit sechs Startern im WM-Straßenrennen der Herren vertreten, die größte Hoffnung auf einen Spitzenplatz ruhen auf Österreich-Rundfahrtssieger Riccardo Zoidl. ÖRV-Nationaltrainer Franz Hartl hat diesmal einen Top-20-Platz als Ziel ausgegeben, den der Tiroler Denifl als 22. nur knapp verpasste.

„Wir haben die sechs besten Fahrer für diesen Kurs am Start“, betonte Hartl. Routinier Bernhard Eisel, die Allrounder Georg Preidler, Matthias Brändle und Denifl sowie Markus Eibegger sollen Hoffnungsträger Zoidl unterstützen. „Falls er Probleme bekommt, müssen wir aber einen Plan B andenken“, erinnerte Hartl. Dieser dürfte Stefan Denifl oder vielleicht auch den ehemaligen Tirol-Team-Fahrer Preidler beinhalten.

Ob des schwierigen Terrains – auf den zehn Runden um Florenz sind jeweils ein 4,3 km langer und fünf Kilometer vor dem Ziel ein steiler, 600 m kurzer Anstieg zu bewältigen – rechnet sich Eisel selbst keine Chancen auf einen Spitzenplatz aus. Er will Zoidl vollauf unterstützen. Der Wahl-Innsbrucker gibt sich locker: „Ich habe nichts zu verlieren.“ Für die Top-Favoriten sieht das anders aus. Titelverteidiger Philippe Gilbert (BEL) scheint in Form gekommen zu sein. Als Sieganwärter gelten aber der Schweizer Fabian Cancellara und der Slowake Peter Sagan. Die Stars der Szene sind vertreten: Die Spanier schicken Alejandro Valverde, die Italiener Vincenzo Nibali und die Briten Tour-de-France-Sieger Chris Froome ins Rennen. Und der ORF sendet sogar ...


Kommentieren


Schlagworte