Nach Pfeifer schaffte auch Frank die Olympia-Qualifikation

Frank wurde dank eisernen Nerven in Oberstdorf Neunte. Damit ist der ÖEKV wie 2010 auch in Sotschi mit zwei Einzel-Startern vertreten.

Oberstdorf/Wien – Mit eisernen Nerven und zwei sauberen Leistungen hat sich Kerstin Frank erstmals das Ticket für Olympische Spiele gesichert. Die 24-jährige Wienerin lief Freitagnacht bei der Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf auf Platz neun und schaffte damit souverän die Qualifikationskriterien für Sotschi 2014. Weil Viktor Pfeifer als WM-20. schon im März das internationale Limit geschafft hat, ist der Österreichische Eiskunstlauf-Verband wie schon 2010 nun wohl auch in Russland mit einer Dame und einem Herrn vertreten.

Selbst für die jungen Paarläufer Miriam Ziegler/Severin Kiefer ist der Zug noch nicht ganz abgefahren. Das neu formierte Duo belegte bei der „Restplatzbörse“ in Deutschland Rang zwölf und verpasste als Sechster der Olympia-Wertung prinzipiell eines der vier noch vergebenen Tickets. Allerdings sind bei drei vor ihnen liegenden Paaren noch Nationalitätenfragen offen. Auf jeden Fall haben Kiefer und die 2010 noch als Einzelstarterin in Vancouver aktive Ziegler gleich beim ersten gemeinsamen Auftritt die technische Qualifikation für die WM (und damit auch EM) erlaufen.

Auch diesbezüglich zeigte sich Frank in Oberstdorf souverän. Als Gesamt-Neunte wurde sie im Olympia-Ranking Vierte und holte damit eines der noch sechs zu vergebenden Olympia-Tickets. Und mit ihren 137,03 Punkten überbot die Wienerin auch die ÖOC-Punktevorgabe (122) für das nationale Limit klar. Sollte sie sich nicht verletzen, ist Frank der Sotschi-Startplatz wohl nicht mehr zu nehmen.

„Verdient hätte sie es sich auf jeden Fall. Sie ist unser Aushängeschild und hat auch international viele Freunde. Für mich war das die Fahrkarte zu Olympia“, sah auch ihre Trainerin Sonja Harand (vormals Balun) klare Verhältnisse. Dies habe die EM-Zwölfte durch eiserne Nerven auch in Oberstdorf bewiesen.

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„Das fehlerlose Kurzprogramm war die Basis“, erklärte Harand, warum man nach Platz neun zur Halbzeit dann in der Kür aus taktischen Gründen auf den dreifachen Lutz verzichtet hatte. „Die Spannung war wegen Olympia zum Knistern. Aber Kerstin hat es bis auf einen kleinen Wackler souverän hinbekommen“, lobte die vierfache Staatsmeisterin der 1970er-Jahre.

Frank lief ihre Kür - wie immer zu Johann Strauß‘s „Die Fledermaus“ - so solide, dass sie schon vor der letzten Gruppe den Olympia-Startplatz sicher hatte. Das späte Ende und der Dopingtest führte dennoch dazu, dass sie erst weit nach Mitternacht im Bett war. „Es war schon ein Zittern, denn es ist extrem knapp her gegangen. Aber als es dann feststand, ist mir nicht ein Stein, sondern ein ganzer Felsbrocken vom Herzen gefallen“, schilderte Frank am Tag danach ihre Erleichterung.

Ab sofort steht bei Frank Olympia im Mittelpunkt, auch wenn natürlich bis dahin noch mehrere Wettkämpfe inklusive Staatsmeisterschaft in Salzburg und EM in Budapest auf dem Programm stehen. „Ich habe mich geärgert, dass ich es nicht schon bei der WM geschafft habe und mich deshalb den ganzen Sommer vorbereitet“, erklärte Frank. „Schon jetzt so gut in Form zu sein und trotzdem noch Luft nach oben zu haben, ist gut“, rechnet sie sich für die kommende Saison viel aus.

Wegen Sotschi werde man den Aufbau nun aber so gestalten müssen, „dass ich nicht zu früh in Topform bin und bei Olympia dann in ein Loch falle.“ Ein Olympia-Start sei auch für sie ein Lebenstraum. „Zumindest ein Teil davon“, relativierte Frank aber. „Denn dabei zu sein, ist für mich nicht alles. Erst wenn ich dort auch eine sehr gute Leistung abrufen kann, ist der Traum tatsächlich in Erfüllung gegangen.“ (APA)


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