Untersuchung gegen Sieger Marquez nach heftigem Duell mit Pedrosa

Der Spanier machte bei seiner Attacke die Traktionskontrolle von Pedrosas Honda kaputt.

Alcaniz – Motorrad-Wunderkind Marc Marquez agiert im MotoGP weiterhin „außerirdisch“. Der 20-jährige Spanier gewann am Sonntag von der Pole aus den Grand Prix von Aragonien vor Landsmann Jorge Lorenzo und baute damit seine WM-Führung weiter aus. Vier Rennen vor Schluss hat Honda-Pilot Marquez (278) schon 39 Punkte Vorsprung auf Weltmeister Lorenzo (239). Dritter ist mit 219 Zählern Dani Pedrosa, der am Sonntag spektakulär stürzte.

Lorenzo erwischte zunächst den besseren Start und fuhr dem Feld scheinbar auf und davon. In der sechsten Runde spielte sich aber hinter ihm eine womöglich WM-entscheidende Szene ab. Marquez attackierte den auf Platz zwei liegenden Teamkollegen Pedrosa Eingangs einer Kurve so heftig, dass er selbst aus der Strecke musste und der Spanier wenige Meter später einen heftigen und schmerzhaften Highsider fabrizierte. Ausgerechnet an seinem 28. Geburtstag dürfte Pedrosa seine WM-Chancen damit endgültig begraben haben.

Der Vorfall vor dem Sturz Pedrosas ist Gegenstand einer Untersuchung, teilte die Renn-Direktion nach dem Aragonien-GP am Sonntag mit. Marquez hatte bei seiner Attacke auf Pedrosa die Traktionskontrolle an dessen Honda ruiniert, was gleich darauf zum Sturz seines Teamkollegen geführt hatte.

Offenbar können nur solche Dinge den vorzeitigen Gewinn des WM-Titels gleich in Marquez‘ Rookie-Saison verhindern. Dem 20-jährigen Spanier werden wegen eines gefährlichen Vorfalls in Silverstone ohnehin bereits zwei WM-Punkte am Ende der Saison abgezogen, nun droht ihm weiteres Ungemach.

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„Ich habe ihn etwas mit dem Ellbogen berührt“, gab Marquez später zu. „Man sagte mir, dass ich dabei die Leitung seiner Traktionskontrolle berührt haben könnte und das seinen Sturz ausgelöst haben könnte. Es war wirklich Pech“, zeigte sich der spanische Heißsporn informiert.

Pedrosa gab sich nach einem kurzen Krankenhaus-Aufenthalt, bei dem aber nur Prellungen festgestellt worden waren, wegen der Attacke sauer. „Marc geht immer ans Limit, wenn ein Fahrer vor ihm ist. Das ist schon während der ganzen Saison so. Er hat bei der Berührung den Sensor für die Traktionskontrolle kaputt gemacht und so ging dann mein Rennen zu Ende. Nur deshalb bin ich gestürzt“, klagte der Schützling des Österreichers Mike Leitner.

Ohne Marquez namentlich zu nennen übte Pedrosa auch deutliche Kritik. „Wir routinierte Piloten haben immer wieder versucht, die Fahrer mit weniger Erfahrung diesbezüglich in die Pflicht zu nehmen. Es ist nämlich durchaus nicht so, dass alles erlaubt ist“, ärgerte sich ein an seinem 28. Geburtstag eher trauriger Pedrosa. (APA)


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