Kampf um Wähler im bürgerlichen Lager

Von Anita Heubacher...

Von Anita Heubacher

Bei der ÖVP in Tirol hätte es mehr sein müssen. Das Plus lässt sich in Anbetracht der Ergebnisse der anderen Bundesländer gut verkaufen, Grund zur Freude ist es allerdings nicht. Die ÖVP startete nach der herben Wahlniederlage 2008 auf äußerst tiefem Niveau, noch dazu trat die Liste des Ex-ÖVP-Rebellen Dinkhauser nicht mehr an und das BZÖ musste ohne Haider auskommen. Die Liste Fritz hatte knapp neun Prozent 2008, das BZÖ 9,7 Prozent in Tirol. Auf dem Wählermarkt war also viel zu holen. 1,3 Prozentpunkte Plus sind es dann für die ÖVP geworden. Sorgen muss die Partei die Zersplitterung des bürgerlichen Lagers. Was man vielleicht unter den Dinkhauser-Wählern wieder zurückerobern konnte, ging an ÖVP-Wählern an die Neos verloren.

Das schmale Minus löste auch Kritik in den eigenen Reihen aus. Die Landespartei habe sich im Landtagswahlkampf ausgebrannt und zu wenig getan. Spitzenkandidat Karlheinz Töchterle habe die grün-konservativen Wähler nicht ansprechen können.

Diesen Job hat Georg Willi übernommen. Der langjährige Klubobmann der Tiroler Grünen konnte ein im Vergleich zum Bundestrend dickeres Plus einfahren. Offenbar goutieren die grünen Wähler die Rolle der Partei in der Regierung. Denn nicht nur auf Landesebene, sondern auch in Innsbruck, wo die Grünen ebenso mitregieren, hat die Partei zugelegt.

Die SPÖ konnte zwar ihr schlechtes Ergebnis von 2008 halten, kann aber mit den 18,5 Prozent nicht zufrieden sein. Nach dem Wahlergebnis dürfte die Partei so rasch nicht zur Ruhe kommen. Noch dazu bleibt weiter unklar, ob Parteichef Reheis in den Nationalrat nach Wien wechselt. Vernichtend aus der Sicht der SPÖ ist, dass die Freiheitlichen die Roten überholt haben. HC Strache war auch hierzulande der Bringer. Die Tiroler Blauen haben unruhige Zeiten hinter sich. Das kann die Wähler nicht beflügelt haben. Dennoch bringt das dicke Plus beim Ergebnis der FPÖ ihr altes Selbstbewusstsein zurück.


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