Syrer vernichten Sprengköpfe und Fliegerbomben: US-Lob für Assad

Nach langer Vorbereitung beginnt Syrien unter den Augen internationaler Experten mit der Vernichtung seiner Chemiewaffen. US-Außenminister John Kerry lobt dafür Syriens Machthaber Bashar al-Assad.

Nusa Dua - Unter der Aufsicht internationaler Experten hat Syrien mit der Zerstörung seines Giftgas-Arsenals begonnen. In einer gemeinsamen Erklärung der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) und der Vereinten Nationen hieß es, dass syrisches Personal unter den Augen von OPCW- und UN-Mitarbeitern am Sonntag „mit Schneidbrennern und Winkelschleifern an der Vernichtung oder Deaktivierung von etlichen Gegenständen“ arbeitete. Dazu zählten Sprengköpfe, Fliegerbomben sowie Geräte zum Mischen und Einfüllen von Giftgasen. Die Nachrichtenagentur dpa hatte zuvor aus UN-Kreisen erfahren, dass auch ein Forschungslabor unschädlich gemacht werde.

Der am Sonntag begonnene Vorgang werde in den kommenden Tagen fortgesetzt. Beide Organisationen betonten, dass Syrien selbst die Vernichtung seiner Waffen durchführt. Aufgabe der Inspekteure sei es, „zu überwachen, zu verifizieren und Bericht zu erstatten über Syriens Kooperation mit der internationalen Gemeinschaft, die die Zerstörung syrischer Chemiewaffenbestände und Produktionsanlagen verlangt“.

Kerry lobt Assad

US-Außenminister John Kerry hat den Beginn der Chemiewaffenvernichtung in Syrien begrüßt. „Dies ist ein guter Auftakt“, sagte Kerry am Montag am Rande des Gipfeltreffens der Pazifikanrainerstaaten (Apec) in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali.

„Ich denke, dem Assad-Regime gebührt auch Anerkennung dafür, dass es so schnell das getan hat, was ihm aufgetragen war. Wir hoffen, das geht so weiter.“ Die Chemiewaffenvernichtung sei „ein hervorragendes Beispiel für globale Zusammenarbeit.“

1000 Tonnen Chemiewaffen

Ban Ki Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), wird am heutigen Montag das UN-Sicherheitsrat Konzept zur Beseitigung syrischer Chemiewaffen vorlegen.

Die Chemiewaffenexperten - unter ihnen Ingenieure und Chemiker - halten sich seit einer Woche in dem Bürgerkriegsland auf. Bislang hatten sie Vorbereitungstreffen mit Vertretern des syrischen Regimes geführt und zahlreiche Dokumente gesichtet. An wie vielen Einrichtungen genau gearbeitet wird, blieb zunächst offen. Nach Schätzungen verfügt das syrische Regime über rund 1000 Tonnen Chemiewaffen. Mitte 2014 soll das Land nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates chemiewaffenfrei sein. (dpa)


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