Kampf gegen Cybermobbing: Gesetz in US-Staat Kalifornien verabschiedet

Mobbing und Hänseleien im Internet nehmen in den USA zum Teil extreme Ausmaße an: Mit einem neuen Gesetz will Kalifornien Cybermobbing eindämmen - eine Schule hat ihre eigene umstrittene Methode entwickelt.

Von Lisa Wolf

Washington - Mobbing im Internet ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Junge Webnutzer werden von Schulkollegen oder Ex-Partnern via Facebook und Co. attackiert und bloß gestellt. Viele Jugendliche zerbrechen daran. Doch „Cybermobbing“ betrifft längst nicht mehr nur junge Menschen. Auch Erwachsene haben darunter vermehrt zu leiden, etwa durch so genannte Rachepornos („Revenge Porn“). Vor allem Männer laden dabei Nacktfotos ihrer ehemaligen Partnerin auf speziellen Online-Plattformen hoch, häufig samt Name und Anschrift.

Für die Opfer ändert sich das Leben durch „Cybermobbing“ oft drastisch. Sie habe ihren Job bei einem Restaurant aufgeben müssen, und ein Mann habe begonnen sie zu stalken, berichtete eine 23-Jährige - eines der Opfer von „Revenge Porn“ - der „New York Times“. „Es ist ein einfacher Weg, Menschen arbeitsunfähig zu machen, ihre Beziehungen zu zerstören und sie sogar physischen Risiken auszusetzen“, sagte Danielle Citron, Juraprofessorin an der Universität von Maryland, ebenfalls der US-amerikanischen Zeitung.

In Kalifornien wurde jetzt ein Gesetz verabschiedet, um besser gegen diese spezielle Form von „Cybermobbing“ vorzugehen. Dort drohen Tätern nun Geldstrafen bis zu 1000 Dollar (rund 740 Euro) oder bis zu sechs Monate Haft. Bis jetzt habe es kein rechtes Mittel für die Strafverfolgungsbehörden gegeben, die Opfer zu schützen, sagte der kalifornische Senator Anthony Cannella der „Los Angeles Times“. „Zu vielen wurde ihr Leben auf den Kopf gestellt, wegen der Taten von jemandem, dem sie vertraut hatten.“

Externe Firma prüft Schüler in Sozialen Netzwerken

Ein Schulbezirk in Kalifornien hat wiederum selbst Maßnahmen gegen „Cybermobbing“ ergriffen: Seit längerem lässt er eine externe Firma die Aktivitäten der Schüler in Sozialen Netzwerken beobachten. Wie die „Los Angeles Times“ berichtete, lässt die Verwaltung sich das rund 40.000 Dollar pro Jahr kosten. Pikant: Die Schüler erfuhren nicht offiziell von der Überwachung. Einige stießen erst auf der Online-Plattform „Facebook“ auf einen Medienartikel darüber.

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Der Leiter des Schulbezirks, Richard Sheehan, verteidigte die Überwachung. Der Bezirk habe nach Wegen gesucht, diejenigen zu erreichen, die Hilfe suchen. Kritiker befürchten dagegen Probleme mit dem Recht der Schüler auf Meinungsfreiheit. Das Programm gehe weit über das Notwendige hinaus, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, sagte Brendan Hamme, Anwalt der Amerikanischen Union für Bürgerrechte in Süd-Kalifornien, der kalifornischen Zeitung. Es greife in ihre Privatsphäre und ihr Verhalten außerhalb der Schule ein.

Gegenüber dem „Revenge-Porn“-Gesetz in Kalifornien hegen Kritiker ähnliche Bedenken. Bisher existierte nur in New Jersey ein Gesetz, das eine strafrechtliche Verfolgung der Täter möglich macht. In Florida und Missouri waren ähnliche Gesetze dagegen nicht verabschiedet worden oder wurden von Gerichten zurückgenommen.

(Lisa Wolf arbeitet für die Deutsche Presse Agentur.)


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