Zahlung verzögert sich

Sechs Wochen mehr Zeit will die Fischl Holding. Der Kitzbüheler Gemeinderat muss über die weitere Vorgangsweise beim Sanatoriums-Baurechtsvertrag entscheiden.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Der 14. Oktober war es – auf den hat der Kitzbüheler Gemeinderat gehofft. An diesem Tag sollten die sechs Millionen Euro für den Baurechtsvertrag zum ehemaligen Krankenhausgelände von der Fischl Holding fließen. Doch es herrscht Ebbe und vom Geldsegen ist noch keine Spur.

Die Fischl Holding hat nun bei der Stadt Kitzbühel um eine Fristverlängerung von weiteren sechs Wochen angesucht. Aus diesem Grund wurde der Kitzbüheler Gemeinderat eiligst zu einer eingeschobenen Sitzung am Donnerstag, den 10. Oktober, eingeladen. Sie müssen über die Verlängerung entscheiden. Gerüchten, wonach der Umbau des ehemaligen Krankenhaus-Gebäudes weit teurer wird als ursprünglich erwartet und es deshalb an Kapital fehlt, dementiert Harald Fischl, Eigentümer der Fischl Holding.

Grund für das Ansuchen seien Verzögerungen bei den Vertragsverhandlungen. „Unser wichtigster Partner für das Projekt in Kitzbühel ist die Sportsclinic Austria. Die Verhandlungen mit dieser haben aber länger gedauert, als wir gehofft hatten“, sagt Fischl auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Hier seien etwa sechs Wochen verloren gegangen. „Aber bei solchen Verträgen will einfach jeder das Beste für sich rausholen, dann können die Verhandlungen schon etwas dauern“, erklärt Fischl.

Auch habe man schon im Vorfeld mehr Zeit in die genaue Planung des Sanatoriums investieren müssen. Dafür seien nun aber die Pläne fertig. „Das war für die Widmung im Gemeinderat wichtig, aber auch für die Investoren“, sagt Fischl. Er räumt aber ein, dass es durch die Planungen schon zu einer Kostensteigerung gekommen sei. „In den Verhandlungen mit unseren Partnern haben sich Wünsche ergeben, denen wir nachgekommen sind. Auch wollen wir in Kitzbühel nicht nur irgendein Projekt auf die Beine stellen, das muss schon State of the Art sein“, ist der Holding-Eigentümer überzeugt. Fischl schätzt die notwendige Investition auf gut zehn Millionen Euro, nur für den Umbau. Die Kosten für den 75-jährigen Baurechtsvertrag liegen bei weiteren sechs Millionen Euro. Eben genau auf diese wartet jetzt die Stadt Kitzbühel gespannt. Zu dem Verlängerungs-Ansuchen der Fischl Holding will Bürgermeister Klaus Winkler im Vorfeld nichts sagen. Hier solle sich jeder Gemeinderat in der Sitzung eine eigene Meinung bilden.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Gerüchte, wonach der Schönheitschirurgische Bereich in den Planungen weggefallen ist, weist er zurück. „Für uns war immer die Sportmedizin der Schwerpunkt, das wurde auch von der Stadt so gewünscht. Dass wir dazu ästhetisch-chirurgische Spezialisten ebenfalls im Haus haben, ist eine perfekte Ergänzung. Die ganze Klinik nur für Schöne und Reiche war für einige Politiker vielleicht eine schön populistische Möglichkeit, um Stimmung gegen uns zu machen, aber von einer Schönheitsklinik war nie die Rede“, sagt Fischl.

Mit der Sportsclinic Austria habe man einen erfahrenen und sehr guten Partner im Bereich Unfallchirurgie und Traumatologie gefunden, die ästhetische Chirurgie würde das Angebot ergänzen. „Immer öfter gibt es Schädel- und Gesichtsverletzungen bei Sportunfällen, da ist die ästhetische Chirurgie wichtig“, betont Fischl.

Sollte Fischl die sechs Wochen Aufschub bekommen, sollen noch heuer die Bauarbeiten beginnen. „Unser Plan ist es, im Herbst 2014 zu eröffnen“, sagt Fischl. Über den Winter würden lediglich Innenarbeiten durchgeführt werden. So werden die Räumlichkeiten ausgeräumt, sehr vorsichtig, wie Fischl betont. Es seien noch Mieter im Haus, diese sollten durch die Arbeiten nicht gestört werden. Erst im Frühling würde die Dachsanierung beginnen.


Kommentieren


Schlagworte