Salzburger Express enteilt der Konkurrenz im Rekordtempo

Nach der Länderspielpause kann sich Salzburg in knapp zwei Wochen gegen den FC Wacker Innsbruck endgültig in den Geschichtsbüchern der Liga verewigen.

Salzburg - Auch Meister Austria hat den Salzburger Express nicht gestoppt. Mit dem 2:1-Auswärtserfolg am Sonntag im Schlager der 11. Runde ist Red Bull Salzburg der Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga bis auf Weiteres enteilt. Nach der Länderspielpause wollen die „Bullen“ ihr Solo fortsetzen und am 19. Oktober im West-Derby daheim gegen Wacker Innsbruck endgültig Geschichte schreiben.

Wir sind extrem stolz, dass wir diesen Rekord eingestellt haben. Man kann sich sicher sein, dass wir ihn jetzt auch brechen wollen.
Roger Schmidt, Salzburg-Trainer

Denn mit dem Sieg in Wien sind die Salzburger mittlerweile 30 Liga-Partien ungeschlagen, die Truppe von Trainer Roger Schmidt hat den Uraltrekord von Rapid aus dem Jahr 1987 egalisiert. „Wir sind extrem stolz, dass wir diesen Rekord eingestellt haben. Man kann sich sicher sein, dass wir ihn jetzt auch brechen wollen“, versicherte Schmidt. Die Bedeutung dieser Bestmarke strich der Deutsche ganz besonders hervor. „Wenn ein Rekord so lange hält, dann scheint es etwas Besonderes zu sein, so etwas zu schaffen. 30 Spiele ohne Niederlage, das ist schon eine Auszeichnung, das spricht für die Mentalität dieser Mannschaft“, meinte Schmidt voller Stolz.

Rekord ein schöner Nebeneffekt

Für Salzburg-Verteidiger Andreas Ulmer war der eingestellte Rekord „ein schöner Nebeneffekt“. „Viel wichtiger ist aber, dass wir unseren Vorsprung ausgebaut haben. Es freut uns sehr, dass wir die Austria so auf Distanz halten.“ Nach 11 der 36 Runden führt Salzburg sechs Punkte vor dem ersten Verfolger SV Ried, die fünftplatzierte Austria hat schon zehn Zähler Rückstand.

„30 Spiele ohne Niederlage sind schön. Aber wir wollen mehr. Ich hoffe, es geht so weiter“, sagte der defensive Mittelfeldspieler Ramalho. Von einer frühen Vorentscheidung im Titelkampf wollte man im Salzburger Lager keinesfalls sprechen. „Wir haben noch nicht einmal ein Drittel der Meisterschaft absolviert. Wir befinden uns in einer guten Ausgangsposition, aber es ist noch viel zu früh, irgendwen abzuschreiben. Und wir schreiben schon gar nicht die Austria ab“, erklärte Schmidt.

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„Zehn Punkte sind viel, das wissen wir“, meinte Austria-Trainer Nenad Bjelica beim Blick auf die Tabelle. „Salzburg befindet sich in einer hervorragenden Form. Und sie zeigen das in der Meisterschaft und in der Europa League. Das muss man respektieren“, gratulierte der Kroate dem großen Konkurrenten zu den spielerisch teilweise herausragenden Darbietungen.

Keine Austria-Gratulationen zum Titel

Zum Titel will Bjelica den Salzburgern aber noch lange nicht gratulieren. „Wir werden zunächst einmal versuchen, unsere Spieler fit zu kriegen. Und dann wollen wir kämpfen, so viele Spiele wie möglich gewinnen und die Position von Salzburg noch in Gefahr bringen. Wir werden die Letzten sein, die aufgeben werden“, versprach Bjelica, der von der Spielleitung von Robert Schörgenhofer alles andere als begeistert war: „Wenn das unser bester Schiedsrichter war, dann haben wir kein sehr gutes Niveau.“

Das Verletzungspech ließ Bjelica am Sonntagabend erst nach Nachfrage als Ausrede für den großen Rückstand in der Tabelle gelten. „Wir haben gewusst, dass es mit der Champions League eine schwierige Saison wird. Mit den Verletzten ist es jetzt noch deutlich schwieriger. Die Qualität, diese Ausfälle zu kompensieren, haben wir nicht“, meinte der Cheftrainer angesichts der Ausfälle von Alexander Grünwald, Marko Stankovic, Tomas Jun, Thomas Murg und Emir Dilaver, die ihm zuletzt vor allem in der Offensive die Hände gebunden haben.

Austria redet Niederlage schön

In den jüngsten neun Pflichtspielen hat die Austria lediglich einen Sieg gefeiert. Das 1:2 gegen die Salzburger wollte Kapitän Manuel Ortlechner „aber nur vom Ergebnis her“ als Rückschlag gelten lassen. „Ich bin stolz, denn die Mannschaft hat ein gutes Spiel abgeliefert. Deshalb war das ganz sicher keine Talfahrt“, sagte Ortlechner, der sich sicher ist: „Wenn wir weiter solche Leistungen bringen, dann kommen die Siege wieder ganz von alleine.“ (APA)


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