Park-Kernzone soll massiv wachsen

Das neue Parkraumkonzept für Innsbruck liegt vor: 70-Cent-Tarif und Ausdehnung auf 21 Uhr bestätigt, 90-Minuten-Zone wird auf St. Nikolaus/Mariahilf und Teile Wiltens ausgedehnt. Umsetzung kommt in Etappen.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Knackpunkte waren schon seit Tagen bekannt, gestern wurde nun auch der Rest des Reformpapiers zur Neuordnung der Innsbrucker Parkraumbewirtschaftung öffentlich. Über Monate bastelte die für den Verkehr zuständige Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider (Grüne) an dem Konzept. Und selbiges bestätigt nun offiziell das, was die TT bereits ausführlich berichtet hatte. Hier nun die zentralen Punkte im Überblick:

Parktarife: Bestätigt wird, dass die Parkgebühr pro halber Stunde in allen Zonen von 50 auf 70 Cent angehoben werden soll. Fallengelassen wurde damit offenkundig ein noch vor Monaten als Rohentwurf den Koalitionspartnern präsentiertes Ein-Euro-Modell. Gebührenfreie Kurzparkzonen soll es laut dem Reformpapier keine mehr geben.

Parkdauer: Die Dauer der Bewirtschaftung bis 19 Uhr soll der Vergangenheit angehören. Geplant ist eine Ausweitung auf 21 bzw. 20 Uhr, je nach Art der Parkzone.

Parkzonen (siehe Grafik): Die bisher eher eng ausgelegte Kernzone mit einer Höchstparkdauer von 90 Minuten (wochentags bis max. 21 Uhr) soll massiv ausgeweitet werden. Geplant ist im Norden den gesamten Bereich Mariahilf und St. Nikolaus miteinzubeziehen und sie im Süden bis zum Südring, eingegrenzt von Südbahnstraße und Andreas-Hofer-Straße, zu ziehen. 180-Minuten-Zonen (wochentags bis max. 20 Uhr) verbleiben lediglich im Saggen, in Teilen Pradls, im Rest Wiltens nördlich des Südrings sowie im Anschluss im Geviert zwischen Höttinger Au und Bachlechnerstraße. Alle verbleibenden bisherigen Kurzparkzonen sollen in Parkstraßen umgewandelt werden. Gänzlich neue Parkstraßenzonen sieht der Reform­entwurf in der Höttinger Au, im südlichen Teil Wiltens zwischen Stift bis hinaus zum Wifi, im Rest Pradls bis hinunter zur Inntalautobahn zwischen Olympiabrücke und der Amraser Kirche, in der Reichenau, im Saggen (Bereich Sanatorium bis neue Sillbrücke), ebenso wie von Hötting bis zur Technik und den Allerheiligenhöfen.

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Zeitplan: Noch bis zur geplanten Beschlussfassung in der November-Sitzung des Gemeinderates (21. 11.) soll das Konzept mit Bürgern diskutiert werden. Bis März 2014 sollen die Kurzparkzonen umgestellt, bis Herbst 2014 auch der Kern der Parkstraßen eingerichtet sein. Erst danach sollen die neuen Parkstraßenzonen Zug um Zug eingeführt werden.

Entlastungsmaßnahmen: Zur Abfederung werden, wie teils von der Wirtschaft gefordert, die Einführung des Handyparkens, das bereits kurz vor der Umsetzung stehende Fahrradverleihsystem sowie eine Tarifreform bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben angekündigt.

Pitscheider will mit dieser Reform in erster Linie den Parkdruck von der Innenstadt nehmen und Anrainer-Parkplätze von Dauerpendlern befreien, so der hehre Wunsch. Bis dato ist die Ampelkoalition selbst aber noch auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Und auch die Wirtschaft schießt sich auf die Reform ein. Pitscheider bleibt dennoch optimistisch. Weitere Reformen will sie nicht ausschließen. Wie neue Zonen im O-Dorf, Sieglanger oder auch Mentlberg. Derzeit seien diese ausgenommen, weil „der Druck dort noch nicht so groß ist“. Käme allerdings der Wunsch, sei sie für Gespräche bereit.


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