Umweltfreundliche Methode zum Aufhellen von Jeans entwickelt

Das von Christian Schimper von der Universität für Bodenkultur Wien und Thomas Bechtold von der Universität Innsbruck entwickelte Verfahren beruht auf biologischen Enzymen, die auf sanfte Weise die Fasern des Jeansstoffes verändern.

© Shutterstock

Wien – Österreichische Wissenschafter haben eine Methode zum umweltfreundlichen Aufhellen von Jeans ohne chemischen Bleichprozess entwickelt. Mithilfe der Universitären Gründerservice GmbH „INiTS“ wurde das Verfahren für die industrielle Anwendung weiterentwickelt und ein Unternehmen gegründet, welches das enzymatische Verfahren als Lizenz anbieten und ein dazu notwendiges Produkt vertreiben will, teilte „INiTS“ ( www.inits.at ) am Montag mit.

Von den laut Aussendung jährlich weltweit verkauften drei Milliarden Jeans sind viele aufgehellt, um den beliebten „used-look“ zu erzeugen. Weil dafür entweder aggressive Bleichmittel oder gesundheitsschädliche mechanische Prozesse wie Sandstrahlen eingesetzt werden, geht dieser Trend zulasten von Umwelt und Gesundheit von Textilarbeitern.

Das von Christian Schimper von der Universität für Bodenkultur Wien und Thomas Bechtold von der Universität Innsbruck entwickelte Verfahren beruht auf biologischen Enzymen, die auf sanfte Weise die Fasern des Jeansstoffes verändern. Anstatt wie sonst üblich den Farbstoff Indigo zu bleichen wird dieser dabei aus der Faser herausgelöst. So scheint der weiße Farbton der Baumwollfaser durch, was zum gewünschten gebrauchten Aussehen führt.

Der Vorteil dabei ist, dass die verwendeten Enzyme bereits Teil des normalen Herstellungsverfahrens sind. Dort sorgen sie für eine grundlegende Aufhellung der gesamten Jeans. Für die notwendige partielle Bleichung soll nun ein Enzym-Booster namens „Acticell“ sorgen, der die Enzyme gezielt dort effizienter arbeiten lässt, wo er aufgebracht wird.

„Der Markt für Jeans ist milliardenschwer, gebleichte Jeans haben einen großen Anteil davon. Ein Verfahren, das einen gesamten Herstellungsschritt einspart und auch noch Umwelt und Gesundheit der in der Herstellung Beschäftigten schont, hat große Chancen“, ist „INiTS“-Geschäftsführerin Irene Fialka vom kommerziellen Potenzial der Entwicklung überzeugt. Laut Schimper ist der weltweite Markt für partielle Aufbleichung rund 270 Millionen Euro groß. Das neue, nach dem Enzym-Booster benannte Unternehmen „Acticell“ strebt in den nächsten Jahren einen Marktanteil von fünf Prozent an. (APA)


Kommentieren


Schlagworte