Männer haben heute schon so viel wie Frauen das ganze Jahr

Am Equal Pay Day weist die Gewerkschaft auf Einkommensunterschiede hin.

Wien, Innsbruck –Mit Aktionismus hat der ÖGB am Montag an den heutigen „Equal Pay Day“ erinnert. Österreichweit, so auch in Innsbruck vor dem Goldenen Dachl, wurden symbolisch die Einkommensscheren zwischen Männern und Frauen geschlossen.

Der „Equal Pay Day“ markiert jenen Tag, an dem Männer im Durchschnitt bereits so viel verdient haben wie Frauen erst zu Jahresende. Einbegleitet wurde dieser Tag mit einer Reihe von Forderungen und von Wortmeldungen.

ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin Sabine Oberhauser (SPÖ) erinnerte daran, dass Vollzeit arbeitende Frauen in Österreich im Schnitt um 23,2 Prozent oder 10.559 Euro weniger verdienen als Männer.

In Tirol beträgt der Einkommensunterschied sogar 26,6 Prozent. Der „Equal Pay Day“ wurde hierzulande daher bereits am 27. September erreicht, wie Landesvorsitzender Otto Leist betonte.

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Im Namen der ÖGB-Frauen verlangte Oberhauser einen kollektivvertraglichen Mindestlohn bzw. -gehalt von 1500 Euro oder die Verpflichtung zur Einkommensangabe in allen Stelleninseraten. Karenzzeiten sollten überdies gleich dem Präsenz- und Zivildienst auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche angerechnet werden.

Martin Gleitsmann von der Bundeswirtschaftskammer (WKÖ) bezeichnete einen 1500-Euro-Mindestlohn als ein „trojanisches Pferd für den Arbeitsmarkt, das insbesondere viele Frauen den Job kosten würde“. Die WKÖ versuchte auch die Zahlen zu relativieren. Der Einkommensunterschied habe laut einer OECD-Studie im Jahr 2010 nur 19,4 Prozent betragen, der wirkliche „Equal Pay Day“ müsse also erst im kommenden Dezember stattfinden. Würden Arbeitszeit, Alter, Berufserfahrung, Ausbildung und Tätigkeit berücksichtigt, verringere sich der Unterschied nur noch auf 5,6 Prozent.

Unbestritten geschrumpft sind die Einkommensunterschiede im öffentlichen Dienst (Bund). Hier lagen die Männer vor zwei Jahren noch um 15 Prozent voran, aktuell sind es 13 Prozent. (APA, TT)


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