Entente Florale bleibt ein versilberter Zankapfel

Der Schlagabtausch um die Teilnahme am europäischen Wettbewerb geht weiter. Werbeagentur-Chef nimmt die Kritiker ins Visier.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Während in Söll breiter Jubel über die Goldene bei der Entente Florale, dem europäischen Wettbewerb für Blumenschmuck- und Lebensqualität, herrscht, sorgt die Silberne in Kufstein für gehörigen Ärger. Wie berichtet, hatte Vizebürgermeister Richard Salzburger (ÖVP) angesichts der 290.000 Euro Kosten von einer Geldverschwendung und einem „Waterloo“ für BM Martin Krumschnabel (Parteifreie) gesprochen. Mit dem Ort der legendären Schlacht spielte er auf die Entente-Florale-Preisverteilung in Belgien an.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erntete Salzburger dafür harte Kritik, ihm wurde sogar Unseriosität vorgeworfen, weil die Teilnahme „eine demokratische Entscheidung des Gemeinderats war“, wie Simon Hermann Huber (Bürgerliste) meinte. Auch der Wettbewerbsverantwortliche Stefan Hohenauer (Parteifreie) schimpfte: „Es ist bodenlos frech. Das Geld ist nicht hinausgeschmissen. Wenn du (Salzburger, Anm.) das nächste Mal im Schlafwagen aufwachst, dann geh bitte aufs Klo und lege dich wieder nieder, oder erkläre dich als befangen.“ Was ihm wiederum Kritik von GR Hannes Bodner (VP) wegen der Wortwahl einbrachte.

Der Hickhack veranlasst nun Peter Baumgartner von der gleichnamigen Werbeagentur, sich zum Wettbewerb zu äußern. Er hat das Konzept für die Teilnahme ausgearbeitet und beworben. „Es ist schlimm, wenn sich Politiker so aus dem Fenster lehnen und unqualifizierte Äußerungen von sich geben. Da geht es nicht um die Sache. Das kommt zudem von jener Partei, also der ÖVP, die die Bewerbung zur Entente Florale in die Wege geleitet hat“, sagt Baumgartner zur TT.

Er sei mit dem Silber zufrieden, noch dazu wenn man bedenke, dass nur 4,5 Punkte auf Gold gefehlt haben. Den Punkteverlust habe es u. a. gegeben, weil zum Beispiel die öffentlichen Müllkörbe in Kufstein keine Deckel haben oder die Baumallee nicht zu hundert Prozent Kastanienbäume aufweise. „Aber im ersten Fall darf man nicht vergessen, dass viele Leute gar keinen Deckel aufmachen möchten, im zweiten handelt es sich um eine gewachsene Struktur.“

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Baumgartner erinnert an die Breitenwirkung und Werbung für die Stadt. Außerdem hätten sich viele Menschen daran beteiligt, alleine die Zahl jener, die am Blumenschmuckwettbewerb mitgemacht haben, sei stark gestiegen. Aber Baumgartner beklagt auch zu wenig Unterstützung, besonders seitens des Tourismusverbandes und der Top City, „da ist eigentlich nichts gekommen“. Außerdem hätte es noch mehr Budget benötigt. Wobei er hohe Beträge lukriert habe, „nur der Amtsschimmel hat verhindert, dass es mehr geworden ist“, sagt Baumgartner und spielt darauf an, dass es für die eine oder andere Idee keine Genehmigungen seitens der Behörden gegeben habe.

Einen Politiker nimmt Baumgartner in Schutz – nämlich GR Hohenauer: „Dem gehört eigentlich ein Orden, so wie er gearbeitet hat. Jetzt ist er der Prügelknabe für Leute, von denen nichts gekommen ist. Das ist traurig.“


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