Ein sympathisches Multitalent

Suzuki bringt mit dem brandneuen S-Cross den Nachfolger des SX4 und will damit breite Käuferschichten im Segment der kompakten Crossover erobern. Wahlweise gibt es Front- oder Allradantrieb.

Auf 4,3 Meter Länge bringt es der SX4 S-Cross von Suzuki, ab 19.490 Euro bieten ihn die Händler bei uns an.Foto: Hersteller

Von Walter Schrott

Barcelona –Der neue SX4 S-Cross ist die Initialzündung für eine Suzuki-Modelloffensive, die bis 2015 fünf neue Autos hervorbringen soll. Im Segment der kompakten Crossover angesiedelt, spannt das neue Familienmitglied durchaus den Bogen zu den immer beliebter werdenden SUV, schlägt aber größenmäßig nicht über die Stränge. Mit dem Vorgänger SX4, einem technischen und weitgehend auch optischen Zwilling des Fiat Sedici, hat er nur den ersten Teil des Namens gemeinsam. Ansonsten präsentiert er sich von Bug bis Heck als neues Auto. Konsequenterweise hätte man deshalb auch auf das Kürzel SX4 verzichten können, doch im täglichen Sprachgebrauch wird sich der Name Suzuki S-Cross durchsetzen. Der SX4 wird bis Ende 2014 angeboten – mit einem Benzintriebwerk und einer Ausstattung.

Gegenüber dem Vorgänger hat der S-Cross um 15 Zentimeter auf jetzt 4,30 Meter Länge zugelegt. Breite (1,76 Meter) und Radstand (2,60 Meter) sind um je zehn Zentimeter gewachsen. Dafür ist er gering­fügig niedriger und gleich um 60 Kilo leichter geworden. Immer noch kompakte Abmessungen, und doch eine Größenordnung, die den S-Cross zum familienfreundlichen Multitalent macht. Das Platzangebot ist vorne wie hinten üppig, die Ladekapazität mit 430 bis zu 1269 Litern in dieser Klasse rekordverdächtig.

Für Großstadtindianer, die gerne hoch thronen, aber keinen Allradantrieb brauchen, gibt es den S-Cross als Fronttriebler. Für Leute, die in alpinen Regionen leben, gelegentlich hoch hinaus müssen und auch auf unbefestigten Wegen unterwegs sind, empfiehlt sich zweifellos der 4WD, dessen neues Allgrip-Allradsystem ein technisches Schmankerl ist. Vier Fahrmodi können vom Fahrer abgerufen werden. Im Auto-Modus verteilt die Haldex-Kupplung die Antriebskraft je nach Fahrbedingungen automatisch zwischen Vorder- und Hinterachs­e, der Sportmodus liefert mit einem optimierten Ansprechverhalten des Motors mehr Fahrspaß im Reich der Kurven, der Snow-Modus nimmt auf kritische Bedingungen Rücksicht, und wenn es ganz dick in Schlamm oder Schnee kommt, sorgt im Lock-Modus eine elektronische Sperre für sicheres Weiterkommen. Damit hat der S-Cross gegenüber einigen Konkurrenten klar die Nase vorn.

All diese Technik-Schmankerln hat Suzuki äußerst attraktiv verpackt. Der neue S-Cross tritt sympathisch auf. Mit stimmigen Proportionen und mit sportlichen Akzenten. Das Design setzt auf Harmonie und hat sicher die Zeitlosigkeit gepachtet. Das Cockpit präsentiert sich übersichtlich und aufgeräumt, die Bedien­elemente geben keine Rätsel auf. Material- und Verarbeitungsqualität sind gediegen, die Sitze großzügig geschnitten mit bestem Seitenhalt. Zum Marktstart gibt es den S-Cross mit zwei Triebwerken, beide mit 1,6 Litern Hubraum und 120 PS Leistung. Der Benziner muss mit fleißiger Schaltarbeit bei Drehzahl-Laune gehalten werden, der Turbodiesel (geliefert von Fiat) gibt sich quirlig und liefert mit 320 Newtonmetern Drehmoment auch beste Durchzugskraft. Beide Motoren gehen knausrig mit dem Treibstoff um. Je nach Antrieb stehen zwischen 4,2 und 4,6 Liter pro 100 Kilometer zu Buche. Für die Kraftübertragung sorgen modellabhängig manuelle 5- und 6-Gang-Getriebe, für Fronttriebler und Allradler gibt es auch eine stufenlose CVT-Automatik.

Bei ersten Probefahrten hat der S-Cross eine überzeugende Vorstellung abgeliefert: komfortabel-neutrales Fahrverhalten, präzise Lenkung, dezente Akustik. Ab 4. Oktober steht der fesche Crossover bei den Händlern und der Preis ist heiß. Ab 19.490 Euro gibt es den 2WD-Benziner. Die 4WD-Diesel-Topversion mit allem, was das Herz begehrt (inkl. Navi, Rückfahrkamer­a, Ledersitze), markiert mit 29.890 Euro das obere Ende der Gebührenordnung.


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