Des Guten lieber ein bisschen zu viel

Seiner Herkunft nach ist der Ford Tourneo Custom ein Nutzfahrzeug, sein Raumangebot und seine Innenausstattung verwandeln ihn aber in eine noble, vielseitige Großraumlimousine.

Kraftvolle Proportionen prägen das Erscheinungsbild des Tourneo Custom, viele seiner Stärken finden sich im Innenraum, der sich über seitliche Schiebetüren betreten lässt.Fotos: Höscheler
© TT/Höscheler

Von Markus Höscheler

Haiming –In Vorstellungsgesprächen gehört diese Eigenschaft zu den unverzichtbaren: die Teamfähigkeit. Müsste sich der neue Tourneo Custom von Ford einem Eignungstest unterziehen oder an einem Assessment-Center teilnehmen, er bekäme in vielen Bereichen gute Zensuren. Bei der Teamfähigkeit hinge er die Konkurrenten wohl ab. Fordert der Chef von ihm zum Beispiel, möglichst viele Menschen von A nach B zu bringen – und natürlich auch wieder zurück –, so bietet der Tourneo Custom immerhin Platz für acht bis neun Insassen. Die können so erwachsen sein, wie sie wollen, Kopffreiheit ist dank einer Höhe von knapp zwei Metern großzügig gegeben. Dank einer Länge von 4,97 (kurzer Radstand) bzw. 5,34 Metern (langer Radstand) haben die Knie nichts zu befürchten. Und selbst bei Vollbesetzung gibt es immer noch genügend Stauraum für das Ladegut. In der uns zur Verfügung gestandenen Langversion sind es bis zur Fensterunterkante wenigstens 1447 Liter.

Vielleicht aber wünscht der Vorgesetzte eine andere Form des Einsatzes: möglichst viel Sperrgut loszuwerden. Für derartige Anliegen bietet der Tourneo Custom (in besagter Extended-Variante) mehr als sechs Kubikmeter Raum an. Die Einzelsitze lassen sich einfach zusammenlegen und hochklappen – für den Ausbau solcher Einheiten legen wir aber ein Abo beim Fitnesscenter nahe. Um dorthin zu gelangen, bietet der Tourneo Custom gleichermaßen nützliche Dienste an: Mit einem drehmomentstarken 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel ist ausreichend Vortriebskraft gewährleistet, die 385 Newtonmeter des mit 155 PS stärksten Ölbrenner-Angebots wirken auf die Vorderachse. Der Durchschnittsverbrauch von genau zehn Litern ist zum überwiegenden Teil auf deutsche Autobahnen zurückzuführen, die das Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h erlauben. Um dies auszukosten, muss der Lenker nach jedem Start die Eco-Taste drücken, um das Werkslimit von 115 km/h zu deaktivieren.

Einen längeren Aufenthalt in der Halle, pardon: im Tourneo Custom, machen Optionen wie die Lederbestuhlung (Sitzpaket 35, 1635 Euro brutto extra) so angenehm wie möglich. Ein- und Ausstieg erleichtern schon von Weitem sichtbare Trittbretter. Inklusive Navigationssystem kostet der Testwagen 47.610,96 Euro – mit geringerer Motorleistung, kürzerem Radstand und Basis­ausstattung (Trend) gibt es das Modell bereits ab 36.611,52 Euro. Das wäre dann ein weiteres Argument im Vorstellungsgespräch.

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