Die dunkle Seite Japans: Yamaha MT-09

Nach langer Zurückhaltung greifen die Japaner mit einem neuen Dreizylinder-Modell wieder in der Naked-Bike-Klasse an.

Auch in preislicher Hinsicht angriffslustig ist die MT-09 von Yamaha.Foto: Hersteller
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Von Gregor Josel

Wien –Nach dem neuen Mid-Class Cruiser XV950, der vor Kurzem auf den Markt kam, bringt die japanische Bike-Schmiede nun für das Modelljahr 2014 das wohl vielversprechendste Modell der letzten Jahre auf die Straße und will damit im heiß umkämpften Segment der Naked-Bikes zwischen 750 und 1000 ccm punkten. Die ersten Kilometer auf der neuen MT-09 waren vielversprechend, der Eindruck ist ein bleibender. Die MT-09 ist nicht als Erweiterung der bereits bestehenden MT-Modellreihe zu sehen, denn mit den beiden Modellen MT-01 und MT-03 teilt sie sich höchstens noch das Modellkürzel.

Optisch gefällt die neue MT-09 auf Anhieb. Zwar mag es durchaus waghalsigere und futuristischere Design-Ansätze geben, doch genau diese Mischung aus klassischen Naked-Bike-Assets japanischen Stils und modernen Akzenten, wie der relativ tief verbauten Hauptscheinwerfer­einheit und des dezentral angelegten Kombiinstruments, lassen der Optik viel Interpretationsspielraum. Mit diesem Design schafft es die MT-09, in einigen Jahren noch frisch und modern auszusehen, was bei vielen anderen japanischen Modellen oftmals nicht der Fall ist.

Generell wurde die neue Yamaha recht kompakt ausgelegt. Für den Durchschnittsfahrer um die 1,80 m passt die MT-09 perfekt. Man nimmt auf ihr Platz, alles sitzt auf Anhieb. Die Sitzposition ist entspannt, lässt aber genügend Spielraum für sportliche Haltung. Gestartet wird mittels neuem Not-Aus/Start-Knopf. Schon im Stand versorgt der neue Dreizylinder die Umgebung mit wohlig-gutturalem Sound, wirkt deutlich geschmeidiger und laufruhiger wie manch anderer Dreier am Markt.

Im krassen Gegensatz zur eher braven Optik wird schon nach ein paar Metern auf der neuen MT-09 klar, was das Produktmarketing mit „Die dunkle Seite Japans“ denn gemeint hat: Rein Performance-seitig ist Yamaha mit der Kombination aus leichter Naked-Bike-Bauweise und diesem herrlichen neuen Dreizylinder ein echtes Gustostück gelungen. Unter heftigem Bollern setzt der Dreizylinder seine 115 PS frei, die in dieser Fahrzeugklasse als durchaus üblich gelten. Nicht ganz so üblich ist allerdings das hohe Drehmoment von 85,7 Nm, das der Dreizylinder bereits aus dem Drehzahlkeller anbietet. In Verbindung mit der kurzen, knackigen Getriebeabstufung hebt die MT-09 selbst im Zweier so ungeniert das Vorderrad, dass es eine wahre Freude ist. Abhilfe schaffen die drei verschiedenen Fahrmodi, welche die Leistung bei Bedarf beschränken.

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Was das Fahrwerk betrifft, haben die Japaner tolle Arbeit geleistet. Selbst im Schräglagen-Grenzbereich bleibt die neue Yamaha vollkommen neutral und easy zu handeln. Das geringe Eigengewicht von 188 kg verleiht der MT-09 eine frische Leichtigkeit. Schnelle Kurvenwechsel mag sie ebenso gerne wie enge Kehren. Bis zu Tempo 170 km/h bleibt die MT-09 erstaunlich fahrstabil und geradlinig.

Mit dem neuen Motorrad gibt Yamaha also ein kräftiges Lebenszeichen von sich: Nebst toller Gesamtperformance stimmt auch der Preis, der mit 9999 Euro die Konkurrenz schon im Schauraum das Fürchten lehren wird.


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