Zlatan Ibrahimovic - Fußballstar, Familienvater und Fahrraddieb

Der Superstar der Schweden stänkert gegen Guardiola und Hoeneß. In Paris kassiert der Stürmer 15 Millionen Euro Netto-Jahresgage.

Stockholm – Mit dem Wort „zlatanera“ (etwas mit Kraft dominieren“) hat Zlatan Ibrahimovic im Vorjahr Eingang in die schwedische Sprache gefunden. Vor wenigen Wochen hinterließ der Freitag-Gegner des österreichischen Nationalteams sogar in der französischen Gastronomie seine Spuren. Ein Restaurant in seiner Wahlheimat Paris bietet neuerdings den „Zlatan-Burger“ an, der mit einem 600 Gramm schweren Fleischlaberl aufwartet und laut dem Lokal-Besitzer so groß ist, „dass er nicht einmal in den Mund von Chuck Norris passen würde“.

Der Namensgeber selbst hat den Mund schon einige Male allzu voll genommen - so etwa in seinem Buch „Ich bin Zlatan“, das in Schweden knapp 700.000 Mal verkauft wurde. Darin beschreibt der Stürmer von Paris St. Germain seine Kindheit und Jugend in einem Problemviertel von Malmö und stänkert gegen Josep Guardiola, seinen früheren Coach beim FC Barcelona.

Nur bei Barca konnte sich „Ibra“ nicht durchsetzen

Bei den Katalanen konnte sich der 32-Jährige in der Saison 2009/10 nicht wirklich durchsetzen, bei allen anderen Vereinsstationen hingegen war Ibrahimovic der große Star seiner Mannschaft - und allein schon seine Visitenkarte spricht Bände. Der Stürmer wurde mit Ajax Amsterdam (2002,2004), Juventus Turin (2005,2006/später wegen des Manipulationsskandals aberkannt), Inter Mailand (2007,2008,2009), FC Barcelona (2010), AC Milan (2011) und Paris St. Germain (2013) Meister, dazu kommen zahlreiche Cup- und Supercup-Titel und persönliche Ehrungen (u.a. dreimal bester Spieler in Italien, siebenmal Schwedens Fußballer des Jahres).

Er hat mich für Messi geopfert. Und er hatte nicht den Mut, mir das zu sagen. Guardiola hat keine Eier.
Zlatan Ibrahimovic

Nur beim FC Barcelona - damals die überragende Mannschaft im Weltfußball - wollte es nicht so richtig klappen. Die Schuld daran hat laut Ibrahimovic der damalige Coach Guardiola, der für Lionel Messi in dieser Zeit die Position des „falschen Neuners“ erfand. Dadurch war für den Schweden kein Platz mehr.

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„Er hat mich für Messi geopfert. Und er hatte nicht den Mut, mir das zu sagen. Guardiola hat keine Eier“, schimpfte Ibrahimovic vor wenigen Tagen in einem „Spiegel“-Interview über den nunmehrigen Bayern-Coach. „Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine - das ist Scheiße für Fortgeschrittene.“

Mit diesen Wortmeldungen rief der 93-fache Internationale (45 Tore) Uli Hoeneß auf den Plan. Ibrahimovic sei wegen seines Scheiterns ins Barcelona eine „gekränkte Primadonna“, ätzte der Bayern-Präsident. Die Antwort des Schweden ließ nicht lange auf sich warten. „Ich würde Hoeneß nicht als Steuerberater nehmen“, sagte Ibrahimovic in Anspielung auf die Probleme des Deutschen mit der Finanz.

Schwere Kindheit

Schon in seiner Kindheit scheute der Goalgetter keinen Konflikt. Der Besitzer des schwarzen Taekwondo-Gürtels erzählt freimütig von Fahrraddiebstählen und Prügeleien. „Da, wo ich herkomme, ruft man nicht die Polizei, wenn es ein Problem gibt. Das wird anders geregelt.“

Nachdem sich die Eltern früh scheiden hatten lassen, wuchs Ibrahimovic bei seinem alkoholkranken Vater auf und hatte oft zu wenig zum Essen. Mittlerweile ist er Multi-Millionär und schwelgt mit seiner elf Jahre älteren Frau Helena - Ex-Model, Mutter seiner zwei Söhne und von ihm als „evil super bitch deluxe“ bezeichnet - in Luxus.

Kolportierte 15 Millionen Euro netto soll Ibrahimovic bei PSG jährlich kassieren - ein Betrag, der offensichtlich sogar ihm selbst zu hoch erscheint. „Das System ist krank. Die Verträge, die wir bekommen - irre. Kein Fußballer ist dieses Geld wert“, sagte der auf einen Marktwert von 30 Millionen Euro taxierte Schwede, der in seiner Karriere Ablösesummen von insgesamt 168 Millionen Euro kostete, dem „Spiegel“. (APA)


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