Achensee muss ab Juni wieder voll sein

Von Margret Klausner...

Von Margret Klausner

Eben a. A. –Es ist eine Vereinbarung, die sogar die Unterschrift des Landeshauptmannes trägt: die zukünftige Bewirtschaftung des Achensees durch die Tiwag. Der Tiroler Energieversorger nutzt schon seit Jahrzehnten die Möglichkeiten des Tiroler Sees, um Strom zu gewinnen.

Doch es war nicht immer eine leichte Situation für die Anrainergemeinden. Aufgrund eines Bescheides aus dem Jahr 1971 durfte die Tiwag den Achensee bis auf 11,50 Meter absenken, der allerdings lief mit Anfang August 2013 aus. „Das war eine Art freiwillige Vereinbarung und es war nicht ganz klar, wie die Bewirtschaftung wirklich ausschauen soll“, klärt Achenkirchs BM Stefan Meßner auf.

Den von der Tiwag neu gestellten Antrag zur Nutzung des Sees auf diese Weise lehnten die Gemeinden und der Tourismusverband vorerst vehement ab. Die zuständigen Behörden gaben den Achenseern dann auch Recht. Vor allem der Zeitpunkt für die jährliche Wiederauffüllung des Gewässers sorgte bei den Achenseern für Diskussionen. Die Wasserrechtsbehörde hatte der Tiwag genehmigt, den See erst mit 15. Juli jeden Jahres auf Nullpunkthöhe zu bringen. Doch für Bevölkerung und vor allem die Touristiker war das nicht akzeptabel. Es sei einfach nicht schön, wenn der See zu Beginn der Sommersaison nicht voll ist, auch für die Achenseeschifffahrt sei das ein wichtiges Kriterium, begründet Ebens BM Josef Hausberger weitere Verhandlungen. Nach langen und zähen Verhandlungen gibt es jetzt jedoch eine für beide Seiten akzeptable Lösung. Die ursprüngliche Regelung aus dem Jahr 1923, die eine Absenkung bis auf minus fünf Meter erlaubt, gilt jetzt wieder. Laut neuer Vereinbarung muss der See jetzt bereits bis spätestens 1. Juni auf Nullpunkthöhe sein, damit er sich seinen Besuchern von seiner schönsten Seite zeigen kann.

Die bisherigen Vereinbarungen zur Wiederauffüllung seien, so die Bürgermeister, ohne Rechtsanspruch gewesen. Im Klartext: Die Tiwag konnte, aber musste den See nicht auffüllen. „Das gehört jetzt der Vergangenheit an, für uns ein schöner Erfolg“, betont Meßner.

Trotz harter Verhandlungen ist das Verhältnis zur Tiwag ungetrübt. Der Energieversorger wird weiterhin die Gemeinden bei Ufergestaltungen finanziell unterstützen. Bruno Wallnöfer, Vorstandsvorsitzender der Tiwag: „Mit der Adaptierung der Pegelstandsregelung konnte ein weiterer Schritt in eine positive gemeinsame Zukunft gesetzt werden. Hinzu kommt unser mannigfaches Engagement bei Investitionen in die touristische Infrastruktur am und rund um den See.“


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