Verkehr: Lienzer sind am Wort

Die Stadt befragt ihre Bürger in drei Schritten, auf welche Weise sie mobil sind und was besser werden soll. Ein ausgeklügeltes EDV-Programm spielt mögliche Varianten durch.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Was passiert, wenn die Einbahn in der Zwergergasse in die andere Richtung gedreht wird? Wie wirkt sich ein Fahrverbot aus? Wohin weichen Autofahrer aus, falls die gesamte Innenstadt zur dauerhaften Fußgängerzone wird?

Solche und ähnliche Fragen will man in der Stadt Lienz bald beantworten können. Doch dafür ist die Gemeinde auf die Mithilfe der Lienzerinnen und Lienzer angewiesen. Wie, das erklärte Vizebürgermeister Stephan Tagger (VP) bei der Vorstellung des neuen Mobilitätskonzepts, das er gemeinsam mit Umweltausschuss-Obmann Andreas Hofer (SP) und Stadtmarketingchef Oskar Januschke präsentierte. An dem Konzept arbeiten auch die Universität für Bodenkultur und ein Grazer Verkehrsplaner mit.

„Wir bitten die Bevölkerung, einen Fragebogen auszufüllen, der an alle 5880 Haushalte geht“, erklärt Tagger, der auch Obmann des Verkehrsausschusses ist. So sollen die Stadtbewohner die Parkplatzsituation beurteilen, die Lage für Fußgänger, Radler und alte Menschen bewerten oder bekannt geben, wie oft sie Radfahren und mit welchem Ziel. „In einem zweiten Schritt bitten wir ausgewählte Haushalte, einen Tag lang über all ihre Wege und Verkehrsmittel Buch zu führen“, schildert Januschke. Schritt drei ist eine öffentliche Diskussion.

Alle Daten aus Fragebogen, Tagebuch und Debatte werden in ein komplexes Computerprogramm eingespeist. „Das Programm ähnelt einem Stadtplan, auf dem man Bewegungen von A nach B ablesen kann“, beschreibt Tagger. Damit lässt sich am Bildschirm simulieren, was eine Änderung von Verkehrsregeln bewirkt. Tagger: „Wir sehen dann, ob eine bestimmte Maßnahme etwas nützen würde oder nicht.“


Kommentieren


Schlagworte