IWF kappt Wachstumsprognose 2013 für Österreich um die Hälfte

Der Internationale Währungsfonds bleibt aber bei seiner Prognose für 2014. Dann soll die heimische Wirtschaft um 1,6 Prozent zulegen. Der IWF hat auch seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft zurückgenommen.

Wien/Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Österreich für das laufende Jahr auf 0,4 Prozent halbiert. 2014 dürfte Österreichs Wirtschaft hingegen wie bereits im April prognostiziert um 1,6 Prozent zulegen, heißt es in der heute, Dienstag, veröffentlichten Weltwirtschaftsprognose. Der IWF liegt damit etwas unter den heimischen Prognostikern von IHS und Wifo, die vorige Woche für heuer 0,4 bis 0,5 Prozent und für 2014 1,7 bis 1,8 Prozent Wachstum vorhergesagt haben.

Österreich kann sich laut IWF auf ein stärkeres Wachstum als die Eurozone freuen: Für die 17 Mitgliedsländer erwartet der IWF heuer einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent, 2014 soll es dann wieder einen Zuwachs von 1,0 Prozent geben. Beide Werte wurden im Vergleich zur Prognose im April um 0,1 Prozentpunkte zurückgenommen, lagen aber gleich oder besser wie im Juli.

Schrumpfen wird die Wirtschaft innerhalb der Eurozone heuer noch in Zypern (-8,7 Prozent), Griechenland (-4,2), Slowenien (-2,6), Italien und Portugal (-1,8), Spanien und den Niederlanden (-1,3) sowie Finnland (-0,6). 2014 müssen sich dann nur mehr Zypern (minus 3,9 Prozent) und Slowenien (-1,4) auf Rückgänge ihrer Wirtschaftsleistung einstellen. Estland und die Slowakei könnten über zwei Prozent wachsen, in Deutschland soll es ein Plus von 1,4 Prozent geben (2013: plus 0,5 Prozent).

Weltwirtschaft wächst langsamer als bisher erwartet

Weniger gut als bisher erwartet wächst auch die Weltwirtschaft. Im Juli war bereits die Frühjahrsprognose um rund 0,2 Prozentpunkte verringert worden, nun fällt die Herbstaussicht noch einmal um 0,2 Prozentpunkte niedriger aus. Die Weltwirtschaft soll nun heuer um 2,9 Prozent und 2014 um 3,6 Prozent zulegen.

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Neu ist, dass die entwickelten Länder auf stärkeres Wachstum hoffen können, während die Prognose für die Schwellenländer zurückgenommen werden musste, schreibt der IWF in seinem heute, Dienstag, veröffentlichten Wirtschaftsausblick. Trotzdem sind die Schwellenländer aber noch die Wachstumstreiber der Weltwirtschaft.

Der IWF setzt nun auf den Wachstumsmotor USA, wo es aber angesichts des Zahlungsstopps und der drohenden Zahlungsunfähigkeit wegen des Budgetlimits einige Unsicherheiten gebe.

Es wachse hingegen die Überzeugung, dass China mittelfristig langsamer wachsen wird als in der Vergangenheit. So habe sich die Erwartung, dass China mit massiven Gegenmaßnahmen reagieren wird, falls das Wirtschaftswachstum auf 7,5 Prozent fällt, nicht erfüllt.

Beunruhigend hohe Schulden der Staaten

In Summe könnte das Wachstum der Weltwirtschaft mittelfristig bei wenig mehr als drei Prozent stagnieren, statt dass es sich wieder auf mehr als vier Prozent beschleunigt, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Herbstprognose des IWF.

Noch mehr Sorgen bereitet den IWF-Ökonomen, dass die entwickelten Länder noch viele Jahre bei Leitzinsen um die Null Prozent stecken bleiben könnten. Beunruhigend hohe Schulden der Staaten und die andauernde Differenzierung der Euro-Länder könnten neue Krisen auslösen. Die Erwartung eines Kurswechsels in der Geldpolitik der USA hat die Zinsen auf langfristige Papiere stark steigen lassen, was die Wirtschaft in Schwellenländern belaste.

Soweit die Kernländer der Eurozone Anzeichen einer Erholung zeigen, liege das nicht an großen Würfen der Wirtschaftspolitik, sondern einer Stimmungsänderung. Dies könnte dennoch den nötigen Effekt zeitigen, falls Konsumenten und Unternehmen sich dazu entschließen, ihre Ausgaben zu erhöhen. Die südlichen Randstaaten kämpfen allerdings noch mit der Erholung. Ihre Fortschritte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Steigerung der Exporte seien noch nicht stark genug, um die darniederliegende Binnennachfrage auszugleichen.

In der ganzen Eurozone gebe es noch Unsicherheit über die Bankbilanzen. Strukturreformen seien dringend nötig, damit „das blutleere Wachstum“, das die Region plage, belebt wird, schreibt Chefökonom Olivier Blanchard. (APA/tt.com)


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