Heizerin auf alter Dampflok

Von Walter Zwicknagl...

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –Früh beginnt für Silvia Obholzer aus Jenbach der Tag, wenn sie Dienst als Heizerin bei der Achenseebahn hat. „Da muss ich schon um 5.30 oder 6.30 Uhr zur Stelle sein, wenn die erste Lok angeheizt werden muss“, lacht die 18-Jährige, die derzeit die vierte Klasse an der HAK Wörgl besucht. Sie muss sich auch um den Nachschub bei Wasser und Kohlen kümmern und die Waggons aus der Remise holen, ehe die Bahn zur ersten Fahrt in Richtung Seespitz aufbricht. Dass da auch Putzarbeiten auf die junge Dame warten, bringt sie nicht aus der Ruhe. „Mir macht diese Arbeit einfach Spaß. Wenn man dabei schmutzig wird, gibt es ja Wasser zum Abwaschen“, lacht sie und macht sich noch vor dem Fototermin schick. Lokführer Kurt Plesche spart nicht mit Lob, während Silvia Obholzer Kohlen in das Feuerloch schaufelt. „Sie arbeitet wie ein Mann. Wer kann da noch von einer Männerdomäne sprechen?“, fragt der Routinier. Schaffnerinnen gab es immer wieder, neu ist aber der Einsatz auf der Lok. Natürlich kennt Silvia die sensiblen Stellen der vier Dampfrösser, die mit Schmieröl versorgt werden müssen. Eine Schwäche für die nostalgische Bahn hat auch ihr Bruder Florian, der Mechatronik studiert und immer wieder als Heizer am Führerstand der Lok zu finden ist. Für Silvia war das laufende Betriebsjahr die erste Saison bei der Achenseebahn, ihr Bruder war schon im Vorjahr im Dienst. Und auch Papa Werner bewährte sich vor vielen Jahren in diesem Metier.


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