Mit Herzblut das Schwazer Zentrum beleben

Tirols aufstrebender Nachwuchsdesigner Markus Spatzier übersiedelt mit seiner Manufaktur Herzblut von Hall an den Schwazer Stadtplatz.

Von Angela Dähling

Schwaz –Ein Handyshop, ein Wettbüro, eine Pizzeria – sie alle hätten längst im seit Monaten leer stehenden ehemaligen 75-Cent-Shop aufsperren wollen. Doch das war nicht das, was sich Reinhard Schwitzer als neuer Mieter in seinem Haus am Stadtplatz vorstellte. Er sagte Nein, verzichtete auf Mieteinnahmen und wartete weiter.

„Es ging mir darum, jemanden dort hineinzubekommen, der einen Akzent in Schwaz setzt“, sagt der Apotheker. Dass das der Schwazer Altstadt guttun würde, in der zahlreiche Geschäftsflächen nicht zuletzt seit der Eröffnung des Einkaufszentrums Stadtgalerien leer stehen, steht außer Frage.

Und offenbar hat sich das Warten gelohnt. Denn der nun gefundene Mieter dürfte einen kräftigen Akzent setzen – handelt es sich doch um den jungen Modedesigner Markus Spatzier und seine Manufaktur Herzblut. Für den Vomper, der u.a. heuer auf der Vienna Fashionweek mit seiner Modeschau für Aufsehen sorgte, geht damit ein Traum in Erfüllung. „Dieses Geschäftslokal gefiel mir immer schon von der Architektur her und wegen des Standorts“, sagt Markus Spatzier. Er selbst hat seine Schneiderlehre in Schwaz gemacht, seine Schwester, die jetzt sein Lehrling ist, wohnt in Schwaz und seine Gesellin in Fiecht. Zudem platzten die bisherigen Räumlichkeiten der Herzblutmanufaktur in Hall aus allen Nähten. Die Schneiderei ist inzwischen so gewachsen, dass für den Verkaufsraum kaum Platz bleibe, schildert Spatzier. Der Haller Standort werde daher geschlossen.

In Schwaz übernimmt der Vomper Designer die rechte Hälfte des ehemaligen 75-Cent-Shops. „Unten kommt ein Showroom samt Shop und großzügigem Umkleidebereich mit vielen Spiegeln hinein“, informiert Spatzier. Während hier klare Linien dominieren, wird das Interieur im ersten Stock, wo die Maßanfertigung ihren Sitz haben soll, opulent. „Im Jugendstil bzw. Barock. Also insgesamt ein Mix aus Moderne und Tradition, so wie meine Mode“, erklärt Spatzier.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Nebenan ist ein zweistöckiges Fashion-Café geplant, von wo man im ersten Stock durch eine Glaswand in die Herzblut-Produktionsräume blicken kann. Wer das Café betreibt? „Da laufen noch Gespräche“, erklären Spatzier und Reinhard Schwitzer unisono.

Die Adaptierungsarbeiten für die rund 180 m² großen Räumlichkeiten der Manufactur Herzblut starten dieser Tage, lässt Schwitzer wissen. Wann das Geschäft aufsperrt? „Der Mietvertrag startet mit 1. Dezember“, sagt Schwitzer.


Kommentieren


Schlagworte