Iran und Großbritannien streben diplomatische Annäherung an

London und Teheran erwägen die Wiedereröffnung ihrer Botschaften.

Irans Präsident Hassan Rohani. (Archivbild)
© EPA

London – Großbritannien und der Iran wollen ihre bilateralen Beziehungen verbessern. Beide Länder hätten vereinbart, Beauftragte zu benennen, die sich um den Aufbau diplomatischer Beziehungen kümmern sollen, erklärte der britische Außenminister William Hague am Dienstag in London. Die Diplomaten sollen von ihren jeweiligen Ländern aus auch Vorbereitungen zur möglichen Wiedereröffnung der Botschaften in London und Teheran treffen.

Verantwortliche beider Länder tauschten sich demnach bereits über Einzelheiten aus und sollen in der kommenden Woche in Genf erneut zusammenkommen.

Er habe seinem iranischen Kollegen Mohammed Jawad Sarif erklärt, dass Großbritannien „offen für einen direkteren Kontakt und weitere Verbesserungen unserer bilateralen Beziehungen“ sei, sagte Hague. Er habe deutlich gemacht, dass Großbritannien in Zukunft auch zu weiteren Schritten bereit sei. „Wir dürfen aber auch nicht die Schwierigkeiten unterschätzen, vor denen wir stehen“, sagte er. Der Iran habe gegen sechs UN-Resolutionen bezüglich seiner Atompolitik verstoßen.

Die beiden Chefdiplomaten hatten sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York Ende September zwei Mal getroffen und am Montag miteinander telefoniert. Die Gesprächsatmosphäre habe sich seit der Wahl des iranischen Präsidenten Hassan Rohani zum Positiven verändert, sagte Hague. Gleichzeitig warnte er: „Wir dürfen die vor uns liegenden Schwierigkeiten nicht unterschätzen.“

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London und Teheran unterhalten seit Ende 2011 keine direkten diplomatischen Beziehungen mehr. Damals hatten hunderte Anhänger der iranischen Führung aus Protest gegen die Sanktionen des Westens die britische Botschaft in Teheran angegriffen und verwüstet. London zog daraufhin sein diplomatisches Personal aus dem Iran ab. Auch die iranische Botschaft in London wurde geschlossen. Derzeit vertritt der Oman die iranischen Interessen in Großbritannien, für die britischen Interessen in Teheran ist Schweden zuständig. (APA/AFP/Reuters/dpa)


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