Obama kündigte weitere Einsätze gegen Extremisten in Afrika an

Der US-Präsident will den gefassten Liby „zur Rechenschaft ziehen“.

Washington – Nach den Kommandoeinsätzen in Libyen und Somalia am Wochenende hat US-Präsident Barack Obama mit weiteren Aktionen gegen islamistische Extremisten gedroht. „Wir müssen sie weiter verfolgen“, sagte Obama am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Gerade in Afrika gebe es Staaten, in denen sich radikale Gruppen in „weites Gelände“ zurückziehen könnten. Oft fehle es den Regierungen an „Fähigkeiten“, gegen die Extremisten vorzugehen.

Der „Kern“ des Terrornetzwerks Al-Kaida in Afghanistan und Pakistan sei zerstört, sagte Obama. „Aber nun gibt es regionale Gruppen, von denen einige explizit mit Al-Kaida oder ihrer Ideologie verbunden sind.“

Der Präsident kündigte an, dass der in Libyen gefasste mutmaßliche Al-Kaida-Planer Abu Anas al-Liby in den USA vor Gericht gestellt werde. Liby (Libi) habe geholfen, Terrorattacken mit „Hunderten Toten“, davon „eine Menge Amerikaner“ zu verüben. „Wir haben dafür starke Beweise“, sagte Obama. „Und er wird zur Rechenschaft gezogen werden.“

US-Spezialkräfte hatten Liby am Samstag in der libyschen Hauptstadt Tripolis gefasst. Anschließend wurde der 49-Jährige nach US-Angaben zum Verhör auf ein Kriegsschiff gebracht, das in der Region kreuzt. Der libysche Staatsangehörige ist vor einem US-Bundesgericht in New York angeklagt. Die USA werfen ihm Beteiligung an den Anschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 mit mehr als 200 Toten vor.

Die libysche Regierung hatte von einer „Entführung“ gesprochen und das Vorgehen der USA als Verletzung von internationalem Recht verurteilt. Sie zitierte die US-Botschafterin in Libyen zu sich und verlangte, dass Liby in seinem Heimatland der Prozess gemacht werden müsse.

Ebenfalls am Samstag nahmen Soldaten der US-Elitetruppe Navy SEALS bei einer Kommandoaktion in Somalia einen mutmaßlichen Anführer der islamistischen Al-Shabaab-Miliz ins Visier. Die Mission wurde allerdings abgebrochen, das Schicksal von Abdulkadir Mohamed Abdikadar alias Ikrima blieb unklar: Das Pentagon erklärte lediglich, dass Ikrima nicht gefasst worden sei. Der Kenianer mit somalischen Wurzeln soll an der Spitze von ausländischen Al-Shabaab-Kämpfern stehen und Anschläge auf westliche Ziele vorbereitet haben. (APA/AFP)


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