Moody‘s stuft Telecom Italia nur noch als Ramsch-Anlage ein

Mailand - Die Bonitätsprüfer von Moody‘s bewerten Telecom Italia nur noch als Ramsch-Anlage. Die Moody‘s-Experten gaben am Dienstag eine Her...

Mailand - Die Bonitätsprüfer von Moody‘s bewerten Telecom Italia nur noch als Ramsch-Anlage. Die Moody‘s-Experten gaben am Dienstag eine Herabstufung ihres Ratings auf „Ba1“ von zuvor „Baa3“ bekannt. Sie verwiesen zur Begründung auf den jüngsten Rücktritt des Telecom-Italia-Chefs. Dies erhöhe die Unsicherheit darüber, ob dem hoch verschuldeten Unternehmen die erforderliche Stärkung der Bilanz gelingt. Mit der neuen Note hat der Konzern den Status „Investment Grade“ verloren, der das Anlagerisiko als vertretbar einstuft. Dies führt üblicherweise dazu, dass das Schuldenmachen teurer wird.

Telecom Italia hat heute empört auf die Herabstufung der Ratingagentur Moody‘s reagiert. In einer Presseaussendung berichtete das Unternehmen, dass Telecom Italia sowohl vom finanziellen als auch vom industriellen Standpunkt solide sei. Der Konzern habe sich stark um den Abbau seiner Verschuldung eingesetzt, die um 7,6 Milliarden Euro reduziert worden sei. Zugleich setze Telecom Italia auf Investitionen für die Zukunft. In den vergangenen fünf Jahren seien 25 Milliarden Euro investiert worden.

Am Donnerstag war der Chef der Telecom Italia, Franco Bernabe, zurückgetreten und durch den für das operative Geschäft zuständigen Manager Marco Patuano ersetzt worden. Einen Grund für den Rückzug Bernabes nannte das Unternehmen nicht. Sein Ausscheiden könnte aber einen Strategiewechsel des Konzerns einleiten. In Branchenkreisen hieß es, Bernabe sei mit den wichtigsten Telecom-Italia-Aktionären wegen der künftigen Strategie für das Unternehmen auseinandergeraten. Unlängst hatte die spanische O2-Mutter Telefonica angekündigt, ihr Engagement bei dem italienischen Konkurrenten auszubauen. (APA/Reuters)

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