Region Landeck steigt in rasantes Glasfasernetz ein

Gemeinde Pians ist jetzt an ultraschnelle Datenleitung angeschlossen. Im Stadtgebiet von Landeck wird das bestehende Netz kräftig aufgerüstet.

Von Helmut Wenzel

Landeck, Pians –„Beim Daten­netz sind wir jetzt für die Zukunft gerüstet“, freut sich der Pianner Bürger­meister Peter Rauchegger. Das 800-Seelen-Dorf hat eine Schaltzentrale im Keller des Gemeindehauses eingerichtet. Volksschule, Hauptschul­e Gemeindeamt und Feuer­wehrhaus sind bereits mit den leistungsstarken Glas­faser- bzw. Lichtwellenleitern (LWL) vernetzt.

Die Vorleistungen in Höhe von 90.000 Euro zur Anbindung von Pians hat ein privates heimisches Unternehmen investiert. Die Netzversorgung liegt, wie zum Beispiel beim Trinkwasser, in der Hand der Gemeinde. Netzbetreiber ist das regionale Unternehmen Tirolnet. „Das neue Netz ist eine wichtige Vorsorge zur Sicherun­g unseres Wirtschaftsstandortes Pian­s“, resümiert Rauchegger.

Auch die Bezirksstadt Land­eck holt auf. Zwischen Imst bzw. Starkenbach und Pians ist die rasante Datenautobahn bereits gelegt. Im Stadtgebiet wird das bestehende Netz des Kabel-TV-Betreibers genutzt und ausgebaut. Heinz Huber vom Kabel-TV strebt einen LWL-Anschluss zu sämtlichen Häusern und Betriebs­gebäuden an. Ein entsprechendes Konzept ist in Ausarbeitung. „Im Stadtgebiet sind zehn Kilo­meter Rohre verlegt, sechs Kilometer sind bereits mit LWL ausgestattet“, schilderte Huber kürzlich bei der Präsentation im Innovationszentrum LanTech.

Dort schlägt das starke Herz der schnellen Netzversorgung im Oberland. „Wir betreiben jetzt einen ausgewachsenen Knoten im Westen Tirols und sind nicht mehr von Innsbruck abhängig“, zeigt der IT-Experte Hermann Hammer­l auf. „Der Knoten sichert den Datentransfer in die Täler und bedeutet eine Chance für die Region.“ Man habe zum Beispiel bereits ein Glas­fasernetz von Landeck bis ins hinterste Pitztal aufgebaut, so Hammer­l. Das Gewerbegebiet von Fließ soll noch heuer mit Lichtwellenleitern erschlossen werden.

Landecks BM Wolfgang Jörg spricht von einer erfreulichen Wende im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte: „Die schnelle Netzinfrastruktur ist heute ein entscheidendes Argu­ment bei der Standort-Beurteilung. Das ist eine wichtige Botschaft an alle Betriebe, die sich im Raum Land­eck ansiedeln möchten.“

Die Erschließung von Pians soll der Anfang einer weitreichenden Versorgung des Paznaun- und Stanzertales sein, sagte Experte Walter Handle. Einen Wermutstropfen ortet Handle allerdings in See. Dort soll der flächendeckende Netzausbau wegen fehlender Rahmenbedingungen derzeit nicht möglich sein.


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