Nicht alle fahren auf die Bergbahnen-Studie ab

Schröcksnadel übt scharfe Kritik an fehlenden Zukunftsplänen. Schroll weist Freizeitticket-Vorwurf zurück. Für Hörl ist Schlick einzige Option.

Innsbruck –Heftig reagiert Patscherkofel-Betreiber Peter Schröcksnadel auf die am Dienstag in Innsbruck präsentierte Bergbahnen-Studie der Schweizer Beratungsfirma „grischconsulta“: „Das ist sehr viel Unsinn für sehr viel Geld“, nimmt er sich insbesondere den Studienautor Roland Zegg vor. Er habe sich aus der laufenden Diskussion herausgenommen, wenn jetzt aber „ausgerechnet ein Schweizer – wo sich der Wintertourismus in der Schweiz seit Jahren auf Talfahrt befindet – uns eine Studie vorlegt, die keine Lösungen mit zukunftsweisenden Ansätzen vorsieht, nur Zusperren“, wolle und könne er nicht mehr schweigen. Auch inhaltlich übt er Kritik an der Studie, weil auf lokale Bedürfnisse und Verhältnisse nicht eingegangen worden sei und zu allem Überdruss mit Nordkettenbahn, Glungezer und Rangger Köpfl drei Anlagen überhaupt ausgeklammert blieben. Schröcksnadel: „Ich frage mich, warum ich seit 17 Jahren den Skibetrieb am Patscherkofel für die Innsbrucker aufrechterhalten habe, wenn das alles nichts wert ist?“ Der mächtige ÖSV-Chef nimmt Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ausdrücklich von seiner Kritik aus, Roland Zeggs Ansichten über die Zukunft der Bergbahnen rund um Innsbruck hingegen seien „unglaublich. Ich brauche diese Studie nicht, weil das einzig zählbare Ergebnis – dass die Preise nicht in Ordnung sind und wir eine Überkapazität haben – allen lange bekannt ist.“

Zumindest in Teilen kann der Chef der Nordkettenbahnen und Sprecher des Freizeittickets Thomas Schroll die Schröcksnadel-Kritik nachvollziehen. Auch er warnt davor, „das Rangger Köpfl und den Glungezer jetzt herauszunehmen und außen vor zu lassen“. Denn auch bei diesen beiden Bahnen stünden einmal Investitionen an. Und was dann? Generell begrüßt Schroll aber, dass mithilfe der Studie nun erstmals klare Fakten am Tisch liegen, „damit alle wissen, was wirklich die Ausgangslage ist“. Und diese ist, wie berichtet, nicht positiv. So kommt die Studie zum Schluss, dass, egal ob Fusionen oder Schließungen angegangen würden, es am Ende doch immer einen Zuschussbedarf geben werde. Und das trotz nötiger Millioneninvestitionen. Dass aber, wie in der Studie behauptet, der Erfolg des Freizeittickets die Erlöse der einzelnen Bahnen schmälern würde, streitet Schroll ab: „Das liegt eher daran, dass wir keine konkurrenzfähigen Skigebiete haben, deren Preisstruktur schon seit Langem unter dem notwendigen Durchschnittserlös liegt.“

Für NR Franz Hörl, Obmann der Fachgruppen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer, liege die logische Schlussfolgerung aus der Studie auf der Hand: „Der Brückenschlag (Verbindung Axamer Lizum über das Ruhegebiet Kalkkögel in die Schlick; Anm. d. Red.) ist der schonendste Eingriff mit dem höchsten Erfolgspotenzial für alle drei betroffenen Skigebiete, den Großraum Innsbruck und das Stubaital.“ Die kleine Verbindung der Lizum mit der Muttereralmbahn könne das Auslastungsproblem nicht lösen.

FPÖ-Landesobmann und Gemeinderat Markus Abwerz­ger fordert zwar eine stärkere Kooperation der Skigebiete, hält aber fest, dass „die Kalkkögel erhalten bleiben müssen“. (mz, mami)

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