Vorwärts Tirol startet Reihe an Prozessen

Offene Rechnungen, ein Darlehen und die Frage, wer für Vorwärts zuständig ist, sind Teil eines Prozessreigens am Landesgericht.

Anna Hosp, Hans Lindenberger und Christine Oppitz-Plörer (v.l.). Das Foto wurde anlässlich des Wahlkampfauftakts der Liste "Vorwärts Tirol" am 22. März 2013 in Innsbruck aufgenommen.
© APA/Robert Parigger

Von R. Fellner und A. Heubacher

Innsbruck – Gerichtskiebitze wurden gestern enttäuscht. Die Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer war gestern nicht als Zeugin geladen. Oppitz-Plörer ist Mitbegründerin von Vorwärts und Mitstreiterin von Anna Hosp, die seit 19. Juli Parteichefin von Vorwärts ist. Sagen sie und ihre Unterstützer. Stimmt nicht, sagen Klubobmann Hans Lindenberger und seine Landtagsabgeordneten.

Gestern bei Gericht versuchte Richterin Barbara Linder die beiden Streitparteien zu einem Vergleich zu bewegen. Es ging um rund 700.000 Euro. Die wollen Johann Berchtold und die Mitbesitzer der Werbefirma von Vorwärts. Lindenberger zahlte nicht, weil die Posten auf der Rechnung nicht nachvollziehbar seien. Nun soll ein Sachverständiger prüfen, ob die Forderungen gerechtfertigt sind oder nicht. Doch zuerst will die Richterin geklärt wissen, wer denn nun überhaupt für Vorwärts zuständig ist.

Eine Frage, die Ende Oktober ebenso Inhalt eines Gerichtsprozesses ist. Und noch eine Runde gibt es am Landesgericht. Dann dreht sich alles um ein Darlehen von 200.000 Euro. Dieses hat Unternehmer Johann Berchtold der Partei gewährt. Es sei bereits zurückbezahlt, sagt Lindenberger. Stimmt nicht, sagt Berchtolds Anwalt. Berchtold ist von Anna Hosps politischem Talent überzeugt und hat laut eigenen Aussagen auch deshalb der Partei 200.000 Euro gespendet.

Monatelang zerfleischt sich die Partei in heftigen Grabenkämpfen. Bereits vor der Wahl zerstritten sich Lindenberger, Hosp und Oppitz-Plörer. Ein Gerangel um die Landtagsmandate setzte ein. Die Rechnung der Werbefirma sei einen Tag nach der Landtagswahl an Vorwärts gestellt worden, betonte Lindenberger gestern erneut. Der Druck auf die Partei sei erhöht worden.

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Für die Werbefirma ist unverständlich, warum sie nicht bezahlt wird. Die Aufträge seien von Vorwärts erteilt worden. Lindenberger verneint das. Am Landesgericht war gestern auch Thema, dass die Staatsanwaltschaft in der Causa ermittle.

Als Zeuge dürfte neben der Bürgermeisterin auch ihr Klubobmann und Gemeinderat von Für Innsbruck vor Gericht aussagen müssen. Lucas Krackl war als Geschäftsführer bei Vorwärts eingesetzt. Lindenberger setzte ihn vor die Tür. Krackl selbst hat sich zu den Querelen rund um sein Ende bei Vorwärts nie geäußert.


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