Ein herzliches Jambo aus der glühenden Savanne

Kenia ist ein Land voller Gegensätze und doch ist sein Zauber überall zu spüren: Sei es bei der abenteuerlichen Safari in der Masai Mara oder an den weißen Sandstränden von Mombasa.

Auch die Zahl der Löwen schwinde dramatisch. In Westafrika stünden die Tiere vor dem Aussterben, so der WWF.
© Rauth

Von Christoph Rauth

Mombasa –Es ist ein Schauspiel vor faszinierender Kulisse: Wenn die Sonne in schnellem Tempo hinter der schier unendlichen Savanne versinkt, erstrahlt für den geübten Mitteleuropäer ebenso überraschend schnell ein Sternenhimmel, den man so noch nie gesehen hat. Heller, funkelnder und einfach beeindruckend. Gebannt starrt man nach oben und in die Weite und wähnt sich in einer anderen Welt.

Naheliegend, denn wir befinden uns in der Masai Mara, dem wohl berühmtesten Naturschutzgebiet Kenias, und gerade einmal rund 14 Stunden auf dem schwarzen Kontinent.

„Man muss bereit sein, sich auf Afrika einzulassen, sich einfach fallen zu lassen. Dann wird es grandios“, hat Reise-Profi Sonja schon kurz nach Ankunft unserer elfköpfigen Reisegruppe geraten. Sie hat nicht zu viel versprochen. Das afrikanische „Fieber“ erfasst uns in kürzester Zeit. Der Sonnenuntergang auf einer kleinen Anhöhe inmitten der Savanne ist der würdige Abschluss unserer ersten Pirschfahrt in dieses vielerorts noch so wilde Land.

Reise-Informationen

Flug. Neckermann Reisen bietet ab dem 5. November einen neuen Direktflug mit Condor von Wien nach Mombasa an. Daraus ergeben sich folgende Urlaubs-Zeiträume: 6, 13, 20 oder 27 Nächte können gebucht werden.

Angebote. Thomas Cook und Neckermann sind Kenia-Profis. Sie bieten Kombi-Pakte für Safari in der Masai Mara und Badeurlaub an der Küste Mombasas.

Gesundheit: Malaria gehört zu den größten Gesundheitsrisiken in Kenia, besonders in den Touristengebieten an der Küste. Eine Tabletten-Prophylaxe wird empfohlen. Außerdem ratsam: abends lange Ärmel, lange Hose und Anti-Mücken-Spray. Auch Aids ist in Ostafrika weit verbreitet.

Impfungen: Empfohlen wird Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und B. Auch eine Gelbfieberimpfung ist anzuraten, bei Anreise aus einem Gelbfiebergebiet ist sie vorgeschrieben. Vor der Abreise beim Hausarzt oder einem Tropeninstitut erkundigen.

Die Bilderbuchlandschaft der Masai Mara ist auch aus dem Hollywood-Film „Jenseits von Afrika“ mit Meryl Streep und Robert Redford bekannt. Das teils hügelige und teils ebene Plateau umfasst circa 1500 Quadratkilometer und liegt auf einer Höhe von 1500 bis 1800 Metern und wird von den Flüssen Mara und Talek durchzogen. Die Masai Mara ist aber vor allem berühmt für das Hirtenvolk der Masai und für ihre artenreiche Tierwelt.

Mit gesundem Respekt sind wir das Abenteuer Kenia angegangen. „Was wird uns in der realen Wildnis wohl alles erwarten?“, haben sich viele Reisekollegen gefragt. Doch diese Fragen sind schnell vergessen. Bei der ersten Ausfahrt mit den Safari-Guides in den offenen Jeeps begeistert jedes Zebra, jede Antilope und der so genannte „Kenia-Express“ – eine Warzenschweine-Kolonne, die durch die Gegend düst. Dabei stehen die richtigen Highlights erst bevor. Nämlich die Suche nach den „Big Five“: Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn.

Unsere Fahrer erweisen sich dabei als wahre Fährtenleser und servieren uns nach teilweise wilden „Ritten“ querfeldein über Stock und Stein, durch Wasser und Schlamm die besten Fotomotive. So erhebt sich plötzlich eine Löwenmutter samt zahlreichen Babys aus dem Busch und marschiert fast bis direkt vor unser Auto. Der erste Nervenkitzel, leichte Nervosität macht sich unter den Safariunerfahrenen breit. „Es kann nichts passieren. Im Auto nehmen sie uns nicht als Beute wahr. Nur nicht aussteigen, denn sonst ändert sich das“, beruhigt und warnt uns Reisebegleiter Walukana Aggrey.

Wir warten ab, denn die Löwendame ist offensichtlich auf Nahrungssuche für ihren Nachwuchs. Doch erfolgreich ist sie nicht. Satt hingegen präsentiert sich am nächsten Tag ein allein herumstreunender männlicher Löwe, der mit sichtlich vollgefressenem Magen neben einem erlegten Büffel die Mittagssonne genießt. Nur einige von vielen unvergesslichen Momenten. Nach und nach können wir auch immer mehr Tiere von unserer „Big Five“-Liste streichen. Elefanten, Büffelherden und sogar die scheuen Leoparden begegnen uns, nur das seltene Nashorn bleibt uns verwehrt.

Nicht nur mit dem Auto, auch aus der Vogelperspektive kann man die Masai Mara erleben. Dafür heißt es Tagwache um 4 Uhr Früh, doch das ist es wert. Pünktlich mit Sonnenaufgang schweben wir bereits im Heißluftballon teilweise nur knapp über dem Boden oder den Bäumen.

Zum krönenden Abschluss wartet nach der Landung ein Frühstücksbuffet inmitten der Natur. Nach den täglichen Safari-Abenteuern geht es für uns abends ins Exploreans Mara Rianta Camp. Dort bekommt der Begriff „Zelten“ eine andere Dimension. Die 20 Lodges, sie liegen direkt am Mara-Fluss, sind geräumig und nahezu luxuriös ausgestattet. Man traut fast seinen Augen nicht. Feinstes Kingsize-Himmelbett, Dusche mit Panoramablick und eine große Terrasse, auf der man die zahlreichen Nilpferde am anderen Ufer beim Faulenzen beobachten kann. Diese sind nicht nur alles andere als graziös, sondern auch ziemlich nervig. Mit ihrem lauten Grunzen können sie einem den Schlaf rauben. Aber das ist halt Afrika pur.

Die Zelte im Mara Rianta Camp lassen vom Komfort her wenige Wünsche offen.
© Neckermann/R.Patti

Nach drei Tagen in der Masai Mara steht nun die Wirtschaftsmetropole Mombasa auf dem Programm. Doch in Afrika gehört es auch dazu, dass nicht immer alles ganz nach Plan verläuft. Wir haben bereits in unserem Buschflieger Platz genommen, der dann von einer Schotterstartbahn abheben sollte. Doch der erste Startversuch muss abgebrochen werden.

Der Grund: Ein Zebra steht im Weg. Schlussendlich landen wir aber sicher nach rund zweieinhalb Stunden Flugzeit, vorbei am Kilimandscharo, in der zweitgrößten Stadt Kenias. Und dort erwartet uns die nächste schöne Seite des Landes. Mombasa liegt am Indischen Ozean und besticht durch lange Sandstrände und schöne Buchten. Und so ist in den nächsten Tagen Badeurlaub angesagt.

In Resorts, etwa im luxuriösen Swahili Beach Hotel mit seinen kaskadenartig angelegten Pools, lässt es sich gut entspannen und man kann die Erlebnisse im „wilden“ Afrika Revue passieren lassen.

Doch auch hier braucht man sich nicht nur mit Sonnenbaden begnügen. Vorüber an Kokosnuss-Plantagen und Dörfern von uransässigen Stämmen machen wir uns von einem Fischerdorf aus mit dem Boot auf den Weg zum Kisite Mpunguti Marine Park. Und der entpuppt sich als Paradies für Taucher und Schnorchler mit einer für uns unerwarteten Begegnung. Bei unseren Schnorchelversuchen unter professioneller Anleitung an einem Korallenriff werden wir von zutraulichen Delfinen überrascht, die unter oder zwischen uns vorbeischwimmen.

Fasziniert ist man aber nicht nur von Tieren und Natur, sondern auch von der Freundlichkeit der Einheimischen. „Jambo“, was so viel heißt wie „Hallo“, bekommt man überall zu hören. Und „Habari“ („Wie geht’s?“). „Nzuri sana“ („Danke gut“) sagt man selbst, es stimmt ja auch.


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