Gut Ding braucht Weile: Lösung für Internatsschüler

Ab sofort können die Verbundtickets kombiniert werden. Schüler, Eltern und auch Schulen freuen sich über die positive Nachricht.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Eine Lösung ganz im Sinne des Kunden – nicht immer ganz selbstverständlich. Doch dieses Mal reagieren die ÖBB auf die Bedürfnisse einige ihrer Kunden und bietet ihnen die gewünschte Variante.

Die Aufregung zu Schulbeginn war groß. Viele Internatsschüler aus Tirol, die in Salzburg zur Schule gehen, hätten auf dem Weg zur Schule in Hochfilzen aus dem Zug aussteigen, dort eine Karte kaufen und mit dem nächsten Zug weiter nach Saalfelden fahren müssen. „Eine unmögliche Vorgangsweise“, wie Eltern kritisierten, die TT berichtete.

Es war nicht möglich, das in Tirol für Schüler angebotene SchulPlus-Verbundticket mit dem Salzburger Gegenstück, der s’Cool-Card, zu koppeln. Das gehört nun aber der Vergangenheit an. Erst konnten die Schüler die Tiroler Verbundkarte mit einer normalen Bahnkarte verbinden. Nun haben ÖBB, die zuständige Tiroler LHStv. Ingrid Felipe und der Verkehrsverbund Tirol (VVT) aber die endgültige Lösung erzielt. „Ab sofort können diese Schüler, die in einem Bundesland wohnen und in einem Nachbarbundesland zur Schule gehen, beide Verbundtickets aneinanderreihen“, sagt Rene Zumtobel, Unternehmenssprecher der ÖBB. Noch dazu gilt diese Regelung auch über Tirol und Salzburg hinaus. „Für die jungen Leute eine vernünftige und kundenfreundliche Lösung. So können nun die Heimschüler zwischen den Bundesländern Tirol-Vorarlberg, Tirol-Kärnten sowie Tirol-Salzburg diesen Bahnservice nutzen. Wir entschuldigen uns auch für die Wartezeit bis zur finalen Lösung, umso schöner, dass es jetzt so weit ist“, sagt Zumtobel.

Diese Lösung freut vor allem die Eltern. „Das ist jetzt eine super Lösung, die einfach zu handhaben ist. So müssen sie nicht immer vorher vor dem Kartenautomaten Schlange stehen“, sagt Birgit Jöchl, Mutter einer Schülerin. Westendorfs Bürgermeister Anton Margreiter, ebenfalls Vater einer Schülerin, die über die Grenzen Pendeln muss, gratuliert den Zuständigen zur raschen Lösung. „Erst hatte es geheißen, es würde bis nächstes Jahr eine Lösung geben, das wäre unverständlich gewesen“, sagt Margreiter.

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Aber auch die Schulen in Salzburg sind froh über die Lösung. Franz Höller, der Direktor der HTL in Saalfelden, hatte sich von Anfang an wie viele Eltern für eine Änderung bei den Verbundtickets eingesetzt. Er ist überrascht von der nun doch schnellen Reaktion. „Für unsere Schüler ist das sehr positiv, vor allem, weil es nun auch rechtlich auf offizielle Beine gestellt ist, was vorher zum Beispiel zwischen Salzburg und der Steiermark schon geduldet wurde“, sagt Höller. Und auch Tirols Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe ist zufrieden: „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Vereinfachung und Vergünstigung umweltfreundlicher Mobilität. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, weitere Möglichkeiten für die Tirolerinnen und Tiroler zu schaffen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln preiswert von A nach B zu kommen.“


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