Nestroy-Preise für Elfriede Jelinek und Luc Bondy

Die 14. Vergabe des Wiener Theaterpreises findet am 4. November erstmals in der Halle F der Wiener Stadthalle statt.

Elfriede Jelinek.
© dapd

Wien – Der langjährige Intendant der Wiener Festwochen, Luc Bondy, erhält heuer den Nestroy-Preis für sein Lebenswerk. Elfriede Jelinek wird für ihr Stück „Schatten (Eurydike sagt)“ mit dem Autorenpreis ausgezeichnet. Der Nestroy für die beste Ausstattung geht an Annette Murschetz für ihre Bühnenbilder der Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza, eine Koproduktion der Wiener Festwochen mit dem Residenztheater München. Das wurde heute, Donnerstag, bekannt gegeben.

Die 14. Vergabe des Wiener Theaterpreises findet am 4. November erstmals in der Halle F der Wiener Stadthalle statt. Erstmals ist heuer auch das Max-Reinhardt-Seminar in die Gestaltung der Gala eingebunden. „Der ‚Nestroy‘ ist ein wichtiger Wiener und inzwischen deutschsprachiger Theaterpreis, der aus der Tradition kommt, aber als ein wichtiges Zeichen in die Zukunft weist. Alle unsere bedeutenden Lehrenden wie zum Beispiel Melles, Fritsch, Kusej, Bösch, Ofczarek oder Simonischek können einen Lehrmeister nicht ersetzen: Das Publikum und die medial vergrößerte Öffentlichkeit“, wird Seminar-Leiter Hans Hoffer in einer Aussendung zitiert. Auch die Überreichung der Preise soll durch Schauspieleleven aller Jahrgänge erfolgen.

ORF III überträgt live

ORF III überträgt live zeitversetzt (20.15 Uhr); die Höhepunkte der Gala werden anschließend im „Kulturmontag“ in ORF 2 gesendet. Für Konzept, Regie und Drehbuch zeichnet wieder die Agentur „MIND-SET“ (Norman Weichselbaum/ Elisabeth Hanser) verantwortlich.

„Die Entscheidungsfindung war heuer besonders schwierig“, so Juryvorsitzende Karin Kathrein. In der Kategorie „Beste Schauspielerin“ ist Sandra Cervik zum dritten und Christiane von Poelnitz zum fünften Mal nominiert. Ihre Konkurrentinnen Gerti Drassl, Franziska Hackl und Katharina Straßer besitzen schon jeweils einen Nestroy als „Bester Nachwuchs“. Bei den Herren sind die Nestroy-Preisträger Nicholas Ofczarek und Gert Voss ebenso als „Beste Schauspieler“ nominiert wie Gregor Bloeb, Norman Hacker und Philipp Hochmair. In der Kategorie „Beste Regie“ rittern Michael Thalheimer, Martin Kusej und Georg Schmiedleitner um die Auszeichnung.

Till Firit, Dominic Oley, Barbara Petritsch, Catrin Striebeck und Adina Vetter sind für die „Beste Nebenrolle“ nominiert, Jasna Fritzi Bauer, Hanna Binder und Stefan Rosenthal als „Bester Nachwuchs“, Theater-der-Jugend-Chef Thomas Birkmeir, Eva Jantschitsch alias Gustav und das Schauspielhaus-Projekt „Der Seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu“ für den Spezialpreis.

Die „Beste deutschsprachige Aufführung“ wird Thalheimers „Elektra“-Inszenierung aus dem Burgtheater, Kusejs „Hedda Gabler“ aus dem Residenztheater München oder „Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker, inszeniert von Katie Mitchell am Schauspiel Köln. Als beste Bundesländerproduktion sind „Hakoah Wien“ aus dem Schauspielhaus Graz, „Mamma Medea“ aus dem Landestheater Niederösterreich und „Wir verkaufen immer“ des Kärntner Theaterprojekts „Wolkenflug“ nominiert. Um die Auszeichnung als Beste Off-Produktion rittern „Moorland“ im TAG, „Der Selbstmörder“ des Theaters zum Fürchten und „Habe die Ehre“, eine Produktion der Wiener Wortstaetten im Theater Nestroyhof Hamakom.

Für den Publikumspreis, zu dem morgen, Freitag, die Abstimmung startet, stehen Maria Bill, Michael Dangl, Stefanie Dvorak, Andrea Eckert, Christine Jirku, Andrea Jonasson, Johannes Krisch, Cornelius Obonya, Nicholas Ofczarek und Florian Teichmeister zur Wahl.

Nestroy-Preise: Die Nominierungsliste - LEBENSWERK: Luc Bondy

- BESTES STÜCK - AUTORENPREIS: Elfriede Jelinek für „Schatten (Eurydike sagt)“, Akademietheater

- BESTE AUSSTATTUNG: Annette Murschetz für „In Agonie“ von Miroslav Krleza, Wiener Festwochen in Koproduktion mit dem Residenztheater München

Nominierungen:

BESTE SCHAUSPIELERIN

- Sandra Cervik als Annie in „Speed“ von Zach Helm, Theater in der Josefstadt

- Gerti Drassl als Franziska in „Jägerstätter“ von Felix Mitterer, Theater in der Josefstadt

- Franziska Hackl als Medea in „Mamma Medea“ von Tom Lanoye, Landestheater NÖ

- Christiane von Poelnitz als Elektra in „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, Burgtheater

- Katharina Straßer als Karoline in „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, Theater in der Josefstadt

BESTER SCHAUSPIELER

- Gregor Bloéb als Franz in „Jägerstätter“ von Felix Mitterer, Theater in der Josefstadt

- Norman Hacker als Oberleutnant Walter in „In Agonie“ von Miroslav Krleza, Wiener Festwochen in Koproduktion mit dem Residenztheater München

- Philipp Hochmair als Jedermann in „Jedermann“ in der Hugo von Hofmannsthal-Bearbeitung von Bastian Kraft, Young Directors Project II Salzburg

- Nicholas Ofczarek als Knieriem in „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann Nestroy, Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Burgtheater und als Iwan Petrowitsch Wojnizkij in „Onkel Wanja“ von Anton Tschechow, Akademietheater

- Gert Voss als Orgon in „Tartuffe“ von Molière im Akademietheater und als Alexander Wladimirowitsch Serebrjakow in „Onkel Wanja“ von Anton Tschechow, Akademietheater

BESTE NEBENROLLE

- Till Firit als Lewin in „Anna Karenina“ von Leo Tolstoj, Volkstheater

- Dominic Oley als Dr. Feldmann in „Jägerstätter“ von Felix Mitterer und als Mulholland in „Speed“ von Zach Helm, Theater in der Josefstadt

- Barbara Petritsch als Frau Muskat in „Liliom“ von Franz Molnár, Burgtheater

- Catrin Striebeck als Klytämnestra in „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, Burgtheater

- Adina Vetter als Chrysothemis in „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, Burgtheater

BESTE REGIE

- Martin Kusej mit „In Agonie“ von Miroslav Krleza, Wiener Festwochen in Koproduktion mit dem Residenztheater München

- Georg Schmiedleitner mit „Kasimir und Karoline“ von Ödön von Horváth, Theater in der Josefstadt

- Michael Thalheimer mit „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, Burgtheater

BESTER NACHWUCHS

- Jasna Fritzi Bauer als Luise in „Liliom“ von Franz Molnár, Burgtheater und als Purl Schweitzke in „Einige Nachrichten an das All“ von Wolfram Lotz, Akademietheater

- Hanna Binder als Kitty in „Anna Karenina“ von Leo Tolstoj, Volkstheater

- Stefan Rosenthal als Sam McQueen in „Wie man unsterblich wird“ von Sally Nicholls, Theater der Jugend

SPEZIALPREIS

- Thomas Birkmeir für 10 Jahre innovatives, zeitgemäßes Kinder-und Jugendtheater, Theater der Jugend

- Eva Jantschitsch alias Gustav für das Musikkonzept in „Alpenkönig und Menschenfeind“ von Ferdinand Raimund, Burgtheater

- „Der Seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu“ von Paul Claudel, Andreas Beck als Produzent der vierteiligen Bearbeitung, Schauspielhaus Wien

BESTE OFF-PRODUKTION

- „Moorland“ nach Friedrich Schiller von Gernot Plass, inszeniert von Gernot Plass, TAG

- „Der Selbstmörder“ von Nikolai Erdmann, inszeniert von Bruno Max, Theater zum Fürchten im Theater Scala Wien

- „Habe die Ehre“ von Ibrahim Amir, inszeniert von Hans Escher, eine Produktion der Wiener Wortstaetten, Theater Nestroyhof Hamakom

BESTE DEUTSCHSPRACHIGE AUFFÜHRUNG

- „Elektra“ von Hugo von Hofmannsthal, inszeniert von Michael Thalheimer, Burgtheater Wien

- „Hedda Gabler“ on Henrik Ibsen, inszeniert von Martin Kusej, Residenztheater München

- „Reise durch die Nacht“ von Friederike Mayröcker, inszeniert von Katie Mitchell, Schauspiel Köln

BESTE BUNDESLÄNDER-AUFFÜHRUNG

- „Hakoah Wien“ von Yael Ronen & Ensemble, inszeniert von Yael Ronen, Schauspielhaus Graz

- „Mamma Medea“ von Tom Lanoye, inszeniert von Philipp Hauß, Landestheater Niederösterreich

- „Wir verkaufen immer“ von Robert Woelfl, inszeniert von Ute Liepold, Theaterprojekt - Wolkenflug/Landesmuseum Kärnten


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