Tiroler Tourismus will mit E-Autos grüner werden

Von der Skipisten-Beleuchtung bis zum Elektroauto: Der moderne Konsument fordert auch im Urlaub mehr Umweltbewusstsein ein.

Von Beate Troger

Seefeld –Ein Skilift, der mit Sonnenenergie betrieben wird, der Verleih von Elektrofahrzeugen im autofreien Tourismusort, die Anreise mit dem Zug. Ideen, wie der Tourismus in Tirol umweltschonender und energieeffizienter werden könnte, haben die heimischen Touristiker viele. „Unser Ziel ist es, zu einer Pionierregion für klimafreundlichen Tourismus zu werden“, betonte Standortagentur-Geschäftsführer Harald Gohm bei der Veranstaltung „Tourism meets Industry“ am Mittwoch in Seefeld. Dazu wollen die Standortagentur und die Tirol Werbung auch verstärkt die heimische Industrie ins Boot holen.

So entwickelte das Bartenbach Lichtlabor in Aldrans bereits spezielle LED-Leuchtsysteme für die Pistenbeleuchtung für den Nachtskilauf, die den Energiebedarf um bis zu 50 Prozent reduzieren können. „Das Problem bei den bislang gebräuchlichen Leuchten, die auch auf Baustellen oder in Fußballstadien verwendet werden, ist die Lichtverteilung“, erläuterte Entwickler Harald Guggenbichler. Da die Pisten weit über den Pistenrand hinaus beleuchtet werden, seien Anrainer ebenso gestört wie die Tierwelt, außerdem gehe viel Energie verloren.

Touristiker wie Wirtschaftskapitäne sind auch überzeugt, dass Umweltschutz und Energieeffizienz bereits als wichtige Verkaufsargumente gelten. „Zwischen Ökonomie und Ökologie braucht es einen neuen Deal, weil sich Konsumenten das heute erwarten“, erklärte Zukunftsforscher Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro. Es gehe dabei aber nicht um Verzicht, sondern um einen „intelligenten, zukunftsfähigen Konsum, der den Blick auf schwindende Ressourcen behält“.

Als Vorbild für Tirol gilt unter anderem das Genussrad-Konzept in Südtirol, wo an den Bahnhöfen 7000 Fahrräder und 400 Elektroräder zum Verleih bereitstehen. Auch von der Region Garmisch-Partenkirchen, wo sich die Urlauber für kürzere Wege in der Region einen BMW-Mini mit Elektroantrieb ausleihen können, will sich Tirol in Sachen E-Mobilität inspirieren lassen. Innerhalb eines Jahres ist die Entwicklung rasant vorangeschritten. „Wir sind aber erst dann am Ziel, wenn sich Kunden wegen des Komforts und des Fahrspaßes für ein Elektroauto entscheiden“, sagte Julian Weber, der bei BMW als Leiter der Elektromobilität den BMW i3 als erstes reines Elektroauto entwickelte. In Seefeld wurde das Modell zum ersten Mal in Österreich präsentiert. Weber geht davon aus, dass bis 2030 zumindest teil-elektrifizierte Fahrzeuge in der Überzahl sein werden, Verbrennungsmotoren werde es aber weiterhin geben. „Wir wollen mit unserem Elektroauto beweisen, dass ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen“, sagt der BMW-Mann im TT-Gespräch. In den nächsten Jahren soll bei den E-Autos die Akkuleistung verbessert werden: „Wir wollen die Reichweite bis 2020 mindestens verdoppeln.“

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