Land prüft Bahnstrecke ins Stubaital

Mit seiner Vision von einer Zugverbindung ins Stubaital bis nach Neustift hat ein Pensionist aus Fulpmes die Grünen konfrontiert. Die haben die Verkehrsplanung damit beauftragt, diese Idee zu prüfen.

Von Denise Daum

Fulpmes –Seine Urlaubserlebnisse im Schweizer Zermatt haben Hubert Krösbacher aus Fulpmes inspiriert – dort konnte er entspannt mit der Bahn anreisen und mit einem umweltfreundlichen E-Auto weiter bis vor die Hoteltür fahren. Das wäre doch auch was fürs Stubaital, befand der pensionierte Arzt, der selbst eine kleine Pension betreibt, und grübelte über Möglichkeiten, eine Bahnschiene ins Tal zu verlegen. „Der Tourismus im Stubaital muss vermehrt Ruhe und Entspannung forcieren. Dazu gehört auch eine unkomplizierte Anreise, die eine direkte Bahnverbindung ins Tal garantieren würde“, erzählt Krösbacher von seinen Überlegungen.

Zunächst machte er sich im Stillen Gedanken über die Trassenführung, studierte Pläne und ging mögliche Schienenrouten immer wieder ab. Bis nach Neustift sollen die Bahnschienen gehen, auch an Park & Ride-Anlagen in Mieders, Neder und Neustift denkt Krösbacher. Der Pensionist ist überzeugt, dass von einer Zugverbindung nicht nur der Tourismus profitieren würde, sondern auch die Industrie, Pendler und die Umwelt. Von Innsbruck nach Fulpmes gibt es bislang die Stubaitalbahn, die für diese Strecke eine gute Stunde benötigt. „Ein Zug wäre natürlich viel schneller als die Stubaitalbahn oder der öffentliche Busverkehr“, sagt Krösbacher.

Als seine Idee in Gedanken ausgereift war, berichtete er Touristikern und Politikern davon. „Meine Gesprächspartner haben recht positiv darauf reagiert“, berichtet er. Auf offene Ohren stieß der Pensionist bei Gebi Mair, Klubobmann der Grünen. „Krösbacher hat uns die Idee vorgestellt. Ich finde es immer gut, wenn sich Menschen darüber Gedanken machen, wie man den öffentlichen Verkehr verbessern kann. Wir haben die Idee an die Verkehrsplanung weitergegeben mit der Bitte, sich das anzuschauen“, sagt Mair dazu. Rückmeldung habe man noch keine bekommen. Der Grünen-Klubobmann nennt Krösbachers Vorschlag eine „interessante Alternative, da ein Vollanschluss des Stubaitals an das überregionale Bahnnetz eine Aufwertung für den öffentlichen Verkehr wäre“. Er räumt aber auch ein, dass eine wesentliche Frage natürlich die Finanzierung sei. „Mir ist bewusst, dass dieses Projekt eine Menge kostet, aber es wäre ja eine nachhaltige Investition und steht sich meiner Meinung nach dafür“, ist Krösbacher von seiner Vision überzeugt.

Auch den Geschäftsführer des Tourismusverbands Stubai Roland Volderauer hat Krösbacher über seine Vision informiert. Volderauer will über die Realisierung allerdings keine Aussage treffen. Für ihn ist die Stubaitalbahn ein Angebot für Gäste, das gut angenommen werde. Für die Anreise sei sie zwar ungeeignet, „dafür haben wir den öffentlichen Busverkehr von Innsbruck bis zum Gletscher“.

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