Alitalia droht Pleite, falls Rettungsversuche scheitern

Die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia braucht dringend frisches Geld, um eine Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

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Rom - Am Donnerstag waren erneut Krisengespräche der Branche und der Politik angesetzt, nachdem der Finanzbedarf der maroden Airline auf bis zu 500 Millionen Euro geschätzt worden ist. Eine für den Abend geplante Alitalia-Verwaltungsratssitzung wurde allerdings auf Freitag verschoben, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auf ihr könnte endgültig über die Zukunft der Airline entschieden werden. Medienberichten zufolge strebt Alitalia eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro und Kredite von 200 Millionen an.

Giancarlo Schisano von der Alitalia-Leitung nannte unterdessen Befürchtungen übertrieben, die 140 Maschinen der Airline könnten bereits am Samstag wegen Zahlungsverzugs am Boden bleiben müssen, weil es kein Kerosin mehr gebe. „Wir arbeiten daran, wir bleiben operativ, wir haben keine Probleme“, sagte Schisano am Donnerstag. Zuvor hatte Alitalia-Vorstandschef Gabriele Del Torchio Italiens nationaler Zivilluftfahrtbehörde Enac die Lage offenlegen müssen.

Im ersten Alitalia-Geschäftshalbjahr 2013 war der Nettoverlust der trudelnden Airline auf 294 Millionen Euro hochgeschnellt. Nach dem Umbau der bereits 2008 vor dem Kollaps stehenden Alitalia zu einem privaten Unternehmen hält Air France-KLM 25 Prozent, der große Rest verteilt sich auf ein italienisches Konsortium mit über 20 kleineren Anteilseignern. Alitalia hat seit der Neuorganisation, betrieben von dem damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi, über 1,25 Milliarden Euro verloren. Jetzt ist zur Rettung auch eine Staatsbeteiligung im Gespräch, zumal es um rund 14 000 Arbeitsplätze bei Alitalia geht. (APA/dpa)

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