Warten auf den 1. Dezember

Der Baurechtszins soll nun mit sechs Wochen Verspätung kommen. Aber nicht alle im Kitzbüheler Gemeinderat glauben daran, dass das Geld auch wirklich kommt.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Sechs Wochen mehr oder weniger – das war die Frage, die es am Donnerstagabend im Kitzbüheler Gemeinderat zu entscheiden galt. Die Abstimmung fiel klar mit 16 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen für sechs Wochen mehr aus.

Es sind sechs wichtige Wochen, denn in diesen entscheidet sich, ob das Gebäude des ehemaligen Krankenhauses weiterhin zu einem großen Teil leer bleibt oder ob dort die Fischl Holding mit der Sportsclinic Austria einzieht. Mittels Baurechtsvertrag für 75 Jahre soll die Fischl Holding das Gebäude übernehmen. Der Vertrag ist unter Dach und Fach – aber erst gültig, wenn der vereinbarte Baurechtszins in der Höhe von sechs Millionen Euro bei der Stadt Kitzbühel einlangt.

Harald Fischl, Eigentümer der Holding, hat um einen Aufschub gebeten, die Frist bis 15. Oktober sei für ihn nicht zu halten. Der Grund seien Verzögerungen bei den Vertragsverhandlungen mit seinen Partnern. Er erbat sich mehr Zeit bis 1. Dezember.

Nicht alle im Gemeinderat glauben, dass das Geld bis dahin fließt. „Es ist anzunehmen, dass wir uns am 1. Dezember wieder hier treffen“, sagt Otto Dander von der Gemeinsamen Kitzbüheler Liste (GKL). Und auch Thomas Nothegger von der Liste Junge Unabhängige Kitzbüheler (JUK) ist skeptisch. Vor allem weil fünf der sechs Millionen bereits im aktuellen Budget eingeplant sind. „Was passiert, wenn das Geld nicht kommt, gibt es einen Plan B?“, wollte Nothegger von Bürgermeister Klaus Winkler (ÖVP) wissen. Die Antwort darauf bekam Nothegger von Finanzreferentin Barbara Planer: „Wir haben genügend Rücklagen und können es uns deshalb leisten, wenn das Geld nicht kommt.“ Die Stadt könne also völlig ohne Druck entscheiden. Sie sei aber zuversichtlich, dass das Geld von Fischl kommen werde.

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Vizebürgermeister Siegfried Luxner (SPÖ) kritisiert erneut die mangelnde Information von Seiten Winklers. So habe eine Gemeinderätin der ÖVP schon am 29. September über diese Fristenverlängerung Bescheid gewusst, seine Fraktion aber nicht. Winkler wies das zurück, das Ansuchen Fischls sei erst am 3. Oktober eingelangt. Auch betonte der Bürgermeister, dass in dem Baurechtsvertrag mit Fischl eine Option auf Verlängerung beinhaltet ist, es ginge also nur darum, diese zu genehmigen, und nicht um einen Vertragsbruch.


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