Auch Salzburg und Vorarlberg kämpfen mit plötzlichem Wintereinbruch

Nicht nur in Tirol kämpften die Einsatzkräfte gegen den starken Schneefall, auch in Salzburg kam es zu massiven Behinderungen. In Vorarlberg blieb ein Verkehrschaos aus, in Bergregionen fielen aber auch dort bis zu 20 Zentimeter Neuschnee.

Österreichs Westen darf sich auf Schnee freuen. Der dürfte allerdings dank des Föhns nicht allzulange liegen bleiben.
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Salzburg/Bregenz - Der Wintereinbruch hat auch in Salzburg zu einem Verkehrschaos geführt. In der Nacht und auch noch am Freitag brachte die schwere Schneelast immer wieder Bäume zu Sturz, sodass vor allem Straßen-, aber auch Bahnverbindungen unterbrochen wurden.

Auf der Tauernautobahn in Salzburg blieben am späten Donnerstagabend bei der Anfahrt zum Tauerntunnel bei Flachau unzählige Lastwagen und Autos hängen. Gegen 23.00 Uhr musste die Polizei deshalb die Fahrbahn Richtung Süden sperren. Wenig später ereignete sich dann auch auf der Fahrbahn Richtung Norden ein Unfall mit Sachschaden, woraufhin die Autobahn überhaupt gesperrt wurde. Es dauerte in der Folge rund drei Stunden, bis alle hängen gebliebenen Fahrzeuge entfernt werden konnten. Nachdem dann Schneepflüge die Fahrbahn geräumt hatten, konnte die A10 um ca. 2.00 Uhr wieder geöffnet werden. Auch im Bereich Hüttau sind zahlreiche Bäume auf Straßen gefallen. Dadurch kam es laut Polizei zu drei Verkehrsunfällen, bei denen zum Glück niemand verletzt wurde.

Alle Hände voll zu tun hatte auch die Feuerwehr: Der feuchte, schwere Schnee wurden vielen der noch stark belaubten Bäume zu viel, sodass diese knickten. In der Nacht wurden elf Ortsfeuerwehren zu insgesamt 23 Einsätzen gerufen, in der Früh gab es dann noch einmal etwa gleich viele Ausrückungen, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos zur APA. Laut Polizei-Sprecher Erwin Resch stürzten auch am Vormittag vor allem im Pongau noch laufend Bäume auf Straßen.

Schwerpunkt im Tennengau und Pongau

Betroffen waren auch die ÖBB. Im Bereich Schwarzach/St. Veit im Pongau war die Westbahn wegen eines Oberleitungsschadens unterbrochen, der Betrieb konnte inzwischen wieder aufgenommen werden. Weiterhin unterbrochen war am Freitagmorgen die Bahnverbindung zwischen Bischofshofen und Radstadt, hier wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, so ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel.

„Der Schwerpunkt des Schneefalls befand sich eindeutig im Tennengau und im Pongau“, sagte Meteorologe Christian Ortner von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Niederschlagsmengen waren dabei stellenweise beträchtlich. In Bad Gastein etwa lag heute eine 20 Zentimeter dicke Schneedecke. In Radstadt gab es 15 Zentimeter Neuschnee, „gestern hatte es dort noch 17 Grad plus“, so Ortner. Und auf dem Sonnblick, wo auch Gewitter wüteten, machte der Neuschnee nahezu einen halben Meter aus. Da die Schneefallgrenze auf 400 bis 500 Meter sank, gab es sogar in der Landeshauptstadt am Freitag Schneefall, dort blieb die weiße Pracht aber nicht liegen. Laut Ortner werden die Niederschläge noch im Lauf des Vormittags aufhören. Da die Temperaturen deutlich steigen werden, sollte sich die Situation bald entschärfen.

Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee auch in Vorarlberg

Auch in Vorarlberg fielen in den Bergregionen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. In den tiefergelegenen Regionen war es dagegen lediglich regnerisch und kühl. Betroffen davon waren laut Angaben des ÖAMTC vor allem das Arlberggebiet und weitere höher gelegene Straßen. Dort herrschte zeitweise Kettenpflicht für Lkw und Winterreifenpflicht für Pkw. Ein Schneechaos wie in anderen Teilen Österreichs blieb aus.

Der Schneefall setzte im Ländle bereits am Donnerstagnachmittag ein, er verlagerte sich im Laufe der Nacht weiter nach Osten. Am Bödele oberhalb von Dornbirn waren daher schon am Donnerstagabend die Räumfahrzeuge im Einsatz, am Freitag herrschte dort Kettenpflicht für alle Fahrzeuge. Winterausrüstung war weiters auf der Faschinastraße zwischen Au und Damüls (Bregenzerwald) sowie auf der Strecke zwischen Hopfreben und Warth am Arlberg nötig.

Am meisten Neuschnee verzeichnete laut ZAMG Wetterdienst Bregenz die Station Mittelberg im Kleinwalsertal mit 18 Zentimetern, gefolgt von Warth am Arlberg mit 15 Zentimetern. Die Bergregionen im Süden Vorarlbergs waren lediglich „angezuckert“.

Kühe von Schnellzug erfasst

Zu einer zweistündigen Bahnsperre zwischen Bludenz und Langen am Arlberg kam es nachdem zwei Kühe bei Außerbraz von einem Zug erfasst worden waren. Die Tiere waren aus ihrer Umzäunung entkommen, die vom Neuschnee niedergedrückt worden sein dürfte, und liefen auf das Bahngleis. Zwei Kühe wurden gegen 23.50 Uhr von einem Schnellzug in Fahrtrichtung Bregenz erfasst und getötet, ein weiteres Tier wurde verletzt.

Gegen 1.00 Uhr erreichte die Polizei die Meldung, dass erneut Kühe entlaufen waren. Sie befanden sich auf der Vorarlberger Straße (L 190) bei Bings (Bezirk Bludenz). Rund 60 Personen der Feuerwehren Bludenz und Bings-Stallehr, der Autobahnpolizei und der Polizei Bludenz waren in der Folge damit beschäftigt, die Kühe zusammenzutreiben. Sie konnten in Bludenz wieder eingezäunt werden. (APA)


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