Für Tunnelsperre gerüstet

Die Sperren des Arlbergstraßentunnels im Sommer 2015 und 2017 werfen lange Schatten voraus: Die Einsatzkräfte probten auf der Arlberg-Passstraße den Ernstfall.

Von Paul Schranz

St. Anton –Enge, steile Kurven, unübersichtliche Stellen – und plötzlich tritt ein, wovor sich jede Blaulichtorganisation fürchtet. Ein voll besetzter Reisebus prallt mit einem Pkw zusammen, beide Fahrzeuge stürzen über eine Böschung ab.

Kürzlich wurde auf der Arlberg-Passstraße im Bereich vom Waldhäusli eben dieses Szenario für den Ernstfall geprobt. Rund 200 Männer und Frauen des Roten Kreuzes, der Bergrettung und der Feuerwehr St. Anton und Pettneu, Verletztendarsteller sowie vier Notärzte, fünf Hundeführer, drei Polizisten, fünf Einsatzkräfte des Krisenstabes und fünf Beobachter standen im Einsatz.

Nach der Sicherung der Fahrzeuge konnten die Rettungskräfte die „Verletzten“ mit der Bergeschere befreien, versorgen und bergen. Die Erstversorgung wurde in Zelten des Roten Kreuzes vorgenommen. Da der Buslenker unauffindbar war, wurde die ortsansässige Hundestaffel „Eurinos“ angefordert, die mit drei Spürhunden ausrückte.

In der Feuerwehrhalle von St. Anton traf ein Krisenstab unter der Leitung von Bürgermeister Helmut Mall mit Vertretern der Gemeinde, der BH Landeck und der Blaulichtorganisationen zusammen, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit und die Einrichtung einer Hotline für Angehörige kümmerte. Kommuniziert wurde über das Einsatzinformationssystem des Landes Tirol, bei dem alle Beteiligten Zugriff auf die neuesten Informationen hatten.

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Nach rund zwei Stunden konnten die letzten Personen versorgt werden, die Aufräumungsarbeiten an der Arlbergstraße nahmen weitere zwei Stunden in Anspruch.

Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte habe ausgezeichnet funktioniert, der Ablauf der Übung war ruhig und diszipliniert. Derartige Übungen seien notwendig, um für Echteinsätze gerüstet zu sein, heißt es im Bericht des Einsatzstabes.

„Da der Arlbergstraßentunnel in den kommenden Jahren zeitweise gesperrt ist, müssen wir uns auf ein stärkeres Verkehrsaufkommen und damit verbunden auf eine erhöhte Unfallgefahr an der Passstraße einstellen. Die Vorbereitung auf die Übung und das Einholen der Genehmigungen hat acht Monate in Anspruch genommen. Jede Einheit wird die entsprechenden Schlüsse aus der Übung ziehen“, betonte der St. Antoner Feuerwehrkommandant Martin Raffeiner.


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