Ein Baum, geknotet aus einem Gartenschlauch

Vier Künstlerinnen und vier Künstler verwandeln die Galerie Salzmann in ein Hybrid aus Natürlichem und Künstlichem.

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Warum 4 + 4 nicht 8, sondern 44 sein soll, kann selbst Elisabeth Länge nicht erklären, und sie ist als Kuratorin der Schau immerhin auch deren Namensgeberin. Um wahrscheinlich das Unerklärbare von Kunst zu meinen, das gerade ihre Magie ausmacht. Mit den Arbeiten von acht KünstlerInnen hat Längle die Schau bestückt, die einen in ihrer Heterogenität reizvollen Gang durch reale und virtuelle landschaftliche und städtische Räume vorführt.

Beginnend mit einem „Baum“, den Markus Hofer aus einem grünen Gartenschlauch zu einer schrägen Skulptur geknotet hat, die genauso als „Zeichnung“ im Raum zu lesen ist. Zwittriges aus Zwei- und Dreidimensionalem sind auch die fragilen papierenen Objekte, die Darina Kmetova aus den galeristischen Wänden ausblühen lässt. Poetisch beschrieben mit zarten, fedrig anmutenden Spuren, die von Ferne wie das Geäst von Winterbäumen anmuten.

Exakt solche hat Gilles-Henri Polge fotografiert, um sie durch die Wahl des Ausschnitts bzw. der Reduktion auf ein streng schwarzweißes grafisches Gerüst formal zu etwas fast Kalligrafischem zu abstrahieren. Durch die von Ulrike Lienbacher fein gedrechselten Stelen, die an die ornamental gearbeiteten Trennwände zwischen dem Innen und Außen in orientalischen Ländern erinnern, wird der Ausstellungsbesucher sanft in den urbanen Raum gestoßen.

Um unsanft in brutalen, zur geometrischen Struktur reduzierten Wohnmaschinen zu landen, die Fabian Patzak malt, oder einer audiovisuellen Collage, die Siegrun Appelt vom 40-Millionen-Molloch Kairo gemacht hat. Jochen Höller hat dagegen aus mit zentralen Werken aus Philosophie und Literatur bedruckten schmalen Papierstreifen Skulpturen gebaut, die u. a. von Architekturen Mies van der Rohes inspiriert sind. Der Mensch taucht allein in den Bildern von Cristina Fiorenza auf. Sie sind schrill, ihre Protagonisten einsame Nomaden von heute.

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