Britischer Luxus beflügelt

Für das aktuelle Modelljahr macht es Bentley mit dem neuen Flying Spur seinen Kunden nochmals schwerer, sich zwischen dem Platz links vorne oder der Wohnlandschaft in zweiter Reihe zu entscheiden.

Von Gregor Josel

Wien –Die Herbstausfahrt von Bentley Österreich führte in diesem Jahr ins sonnige Waldviertel in Niederösterreich. Nebst den allseits bekannten Modellen der gesamten Continental-Reihe mit GT Speed, GT Cabrio, GT V8 und dem Bentley Mulsanne ist der Star des Bentley-Jahres in jedem Fall der neue Continental Flying Spur. Nach rund acht Jahren Bauzeit in erster Serie erschien es den noblen Briten adäquat, dem Flying Spur eine umfangreiche Modellpflege zukommen zu lassen. Geblieben ist dem geflügelten Sporn der zum Continental GT um 32 Zentimeter verlängerte Radstand. Dies kommt vor allem den Fondpassagieren zugute. Optisch hat man den Flying Spur behutsam nachgeschliffen. Der Kühlergrill steht nun noch senkrechter im Wind, seitliche Sportwagenkiemen samt dynamischem B-Logo, markante Seitenlinien und eine völlig neue Heck-Architektur stehen dem Flying Spur hervorragend zu Gesicht und kaschieren auf gediegenste Art und Weise das immer noch satte Trockengewicht von 2,5 Tonnen. Wobei Bentley auch in Sachen Gewicht tief in die Trickkiste gegriffen hat: 600 Einzelteile überarbeitet, verbreiteter Einsatz des Leichtmetalls Aluminium, insgesamt eine Gewichtsreduktion von 50 kg.

Ebenso imposant wie das Leergewicht der britischen Luxus-Limousine ist ihr Interieur. Feinstes Leder, edelste Materialen und neue Bedien­elemente prägen den Innenraum. Das gesamte Leder wird per Handarbeit vernäht, der Komfort ist auf allen Plätzen dieses Autos first class. Vom starken Zwölfzylinder ist die meiste Zeit nichts im Inneren zu hören. Einzig ein leises Säuseln der beiden Turbolader bei vollem Schub lässt Bentley in die Kabine durchdringen. Speziell das neue Infotainment-System mit seinem 8-Zoll-Touchscreen im Cockpit und das Entertainment-Angebot im Fond stechen ins Auge.

Die Entscheidung, ob man im Fond oder selbst am Fahrersitz Platz nimmt, wird beim neuen Flying Spur erheblich erschwert, denn dank erstarktem W12 mit 625 PS (bisher 560 PS), der nun auch über 800 Nm Drehmoment verfügt, vergisst man die 2,5 Tonnen Lebendgewicht des Bentley beim ersten Tritt auf das Gaspedal. In nur 4,6 Sekunden erledigt der Flying Spur damit den Sprint auf 100 km/h und tut dies mit einer fast gespenstischen Gelassenheit. Schluss mit Feuer ist dann erst bei über 300 km/h. Würdiger kann man die Führerscheinabnahme eigentlich nicht gestalten. Ganz in seinem Element ist der Flying Spur auf der Autobahn und auf breiten, durch die Lande schwingenden Landstraßen. Die komfortable Abstufung des achtstufigen ZF-Automatikgetriebes unterlässt jegliches Zicken, genehmigt sich dort und da einen Moment, den rechten Gang zu finden, manifestiert selbigen dann aber vollkommen makellos. Das vierstufig einstellbare Fahrwerk gibt sich höchst komfortabel, selbst harte Kanten dringen in keiner Weise in den Innenraum durch. Erst nach oftmaligem, hartem Anbremsen ist ein leichtes Fading der Bremsen zu vermerken. Hier sind sie dann wieder, die 2,5 Tonnen!

Inklusive aller österreichischer Phantasiesteuern steht für den neuen Flying Spur ein Einstiegspreis von 243.880 Euro auf der Uhr.

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