Gernot Langes-Swarovski feiert morgen seinen 70er

Er erfand die Kristallfiguren und kreierte die Kristallwelten: Zu seinem 70. Geburtstag werden die Leistungen der Unternehmerlegende gewürdigt.

Wattens –Sein Leben stand bislang im Zeichen der Kristalle. Schon mit 24 Jahren wurde Gernot Langes-Swarovski, ein Urenkel des Unternehmensgründers Daniel Swarvoski, an die Spitze des Wattener Kristallimperiums geholt. 35 Jahre, sein halbes Leben lang, steuerte er den Familienkonzern durch so manche Höhen und Tiefen. Bis heute hält „GLS“, wie er oft genannt wird, 17 Prozent der Unternehmensgruppe und ist damit einflussreichster Einzelgesellschafter.

Der Swarovski-Patriarch höchstpersönlich, so sagt man, entwickelte in den 70er Jahren die mittlerweile weltberühmten Kristallfiguren. Als der Betrieb in Folge des Ölpreisschocks durch seine wirtschaftlich schwerste Krise ging, setzte Gernot Langes-Swarovski auf die Dekorationsobjekte. Eine kleine Kristallmaus brachte 1976 die große Wende, heute sind knapp eine halbe Million Sammler bei Swarovski registriert. 1979 gründete er mit Christian Schwemberger-Swarovski die Tyrolean Airways, die heute zur AUA gehört. Doch der Vollblutunternehmer musste auch Niederlagen einstecken, wie etwa mit der Übernahme der US-Schmuckhandelskette Zale. Vier Jahre nach dem spektakulären Deal musste Zale mit Schulden von umgerechnet 1,1 Mrd. Euro Konkurs anmelden. Die Pleite belastete danach die Swarovski-Bilanzen schwer.

Doch Gernot Langes-Swarovski rappelte sich immer schnell wieder auf. Bereits 1995 eröffnete er auch gegen familieninterne Widerstände die Kristallwelten in Wattens, die sich schnell zu einer der beliebtesten Tourismusattraktionen Österreichs entwickelten und bislang mehr als elf Millionen Besucher zählten.

Sein Herz schlägt aber nicht nur für Kristalle, sondern auch für das runde Leder. 1986 gründete er den FC Swarovski und verpflichtete Ernst Happel als Trainer (siehe Seite 32).

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Im Jahr 2002 übergab GLS die Geschäftsführung an seinen Sohn Markus Langes-Swarovski (39), 2012 zog er sich auch aus dem Beirat zurück. Doch Gernot Langes-Swarovski blieb auch nach seinem Rückzug weiter unternehmerisch aktiv. So betreibt der mächtige Swarovski-Gesellschafter nicht nur zwei Weingüter in Argentinien und China (Botega Norton und Botega Langes), sondern engagiert sich u. a. bei den Perlinger-Naturprodukten (heute Verival), einem Hersteller von Dämmstoffen aus Schafwolle, an einem Hotel und Skiliften im Außerfern sowie an dem Papierverarbeiter Pap-Star. 2012 erwirtschaftete die gesamte Swarovski-Unternehmensgruppe mit weltweit 30.600 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,08 Mrd. Euro, auf die Kristallsparte entfielen dabei 2,38 Mrd. Euro.

Aus Gernot Langes-Swarovskis erster Ehe mit Maya stammen die beiden Kinder Markus und Diana Langes-Swarovski. Mit seiner zweiten Frau Eva lebt er zurückgezogen in Fritzens und will morgen im „familiär-freundschaftlichen Kreis“ feiern. (TT, APA)


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