Lebenshilfe in der Auslage

Die Werkstätte der Lebenshilfe in Brennbichl platzte aus allen Nähten. Nun öffnete in der Imster Langgasse ein neuer Standort, der auch noch zum Besuch einlädt.

Von Hubert Daum

Imst –„Wir haben’s endlich gepackt“, freut sich Werkstättenleiter Andreas Moser. Seit einem Jahr bastelt und werkt man in Eigenregie, unterstützt durch ehrenamtliche Helfer, im neuen Standort in der Langgasse. Die Brennbichler Werkstätte ist auf 25 Klienten ausgerichtet, tatsächlich arbeiteten dort 35.

Nun führte man das Garten- und Tischlereiteam und die Fachwerkstätte mit insgesamt 14 Klienten „raus aus dem Keller“, direkt in die meistbefahrene Straße der Bezirkshauptstadt. Der vollkommen neue Aspekt liege laut Moser darin, dass nun die Arbeiter und die Produkte in der Auslage stehen. Dafür sorgen die großzügigen Schaufenster, die eventuelle Barrieren zwischen Bürgern und Klienten abbauen sollten.

„Wir wollen, dass die Leute reingehen“, wünscht sich Bezirksobfrau Brigitte Flür, die in zweiter Funktion als Vermieterin des Objektes präsent war und ohne deren Einsatz das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Wenn schon nicht hineingehen, dann hineinschauen. Zu beobachten ist nämlich nicht das Aufbewahren von Menschen mit Handicap, sondern emsiges, geschäftiges Treiben: In der Tischlerei entstehen zur Zeit äußerst gefragte Hochbeete. Sie werden später Platz machen für den neuesten Großauftrag, Holztransportboxen für die Messestände von Handl Tyrol. Gleichzeitig gehen auf der 185 Quadratmeter großen Arbeitsfläche die Endfertigungsarbeiten für ein Metallbauunternehmen weiter.

Die Visitenkarte des neuen Standortes sei aber der Schauraum, der mit einem klassischen Webstuhl, den sich Klient Reinhard sehnlichst gewünscht hat, dekoriert ist. „Vielleicht trauen sich dadurch mehr Leute herein, die dann auch die gewebten Teppiche und andere selbst gefertigte Produkte kaufen“, hofft Moser. Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Stefan Weirather war fasziniert, dass dieser umfangreiche Umbau mit Fenstern, Türen, Sanitäre, Böden und allem, was dazugehört, ausschließlich in Eigenregie durchgeführt werden konnte. Für den Werkstättenleiter war die eigentliche Herausforderung, den Umbau durchzuziehen und dabei das „Tagesgeschäft“ weiterlaufen zu lassen. Die Aufgaben der Klienten sind nämlich mannigfaltig.


Kommentieren


Schlagworte