Die innere Lust auf Qualen

Als einziger Profi aus Österreich startet Dominik Berger bei der Ironman-WM auf Hawaii.

Von Christof Strasser

Innsbruck –3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen – auf den glühenden Asphaltstraßen inmitten von uraltem Lavagestein und zwischen den rauen Wellen des Pazifischen Ozeans. Die Ironman-WM, die zum 36. Mal die weltbesten Langdistanz-Triathleten nach Hawaii lockt, treibt ihre Teilnehmer an physische und psychische Grenzen. Und dennoch ist das Rennen auf Big Island, der Hauptinsel des Archipels, das Ziel der Träume.

Als einziger österreichischer Profi (38 Altersklasse-Athleten) löste Dominik Berger eines der heiß begehrten Tickets in der Eliteklasse. Der Wahltiroler, der in Innsbruck lebt, musste rund um die Welt reisen, bei insgesamt sechs (!) Langdistanz-Rennen im vergangenen Jahr Punkte sammeln, um sich den Traum des ersten Ironman-Starts auf Hawaii zu erfüllen. „Es war eine sehr harte Saison. Ich bin aber sehr stolz, dass es letztendlich doch noch für mich geklappt hat“, erzählt der 30-Jährige, der heuer neben seinem Fulltime-Job als Triathlet auch sein Betriebswirtschaft-Studium erfolgreich beendete.

Trotzdem: Für Berger und dessen Trainer, Marcel Diecht­ler, ist der olympische Gedanke „dabei sein ist alles“ zu wenig. „Dominik zählt zu den besten Schwimmern und Radfahrern der Welt und ist momentan in Top-Form. Wenn er seine Leistung abrufen kann, ist ihm ein Platz unter den Top 20 zuzutrauen“, glaubt Diecht­ler an seinen Schützling.

Einfach wird es allerdings nicht: Die Konkurrenz schläft nicht und in Anbetracht der Hitze gilt es beim König der Triathlonbewerbe kühlen Kopf zu bewahren. „Auf der Rad- und Laufstrecke steigen die Temperaturen auf bis zu 45 Grad an. Es kann alles passieren“, erklärt Berger, dem die heißen Temperaturen an und für sich gut liegen.

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Wie der Sohn, so auch der Vater: Während Dominik Berger auf Hawaii zum ersten Mal am Start steht, springt Papa Helmut (Altersklasse) bereits zum siebenten Mal in die Fluten des Pazifiks. Eine rot-weiß-rote Vater-Sohn-Premiere, die die WM auf Hawaii noch nie zuvor gesehen hat.


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