Der Direktzug erhält eine politische Lok

Innsbruck – Die Emotionen fahren Bahn. Zwischen Lienz und Innsbruck müssen sie ab Dezember jedoch in den Bus umsteigen. Der Direktzug, der j...

Innsbruck –Die Emotionen fahren Bahn. Zwischen Lienz und Innsbruck müssen sie ab Dezember jedoch in den Bus umsteigen. Der Direktzug, der jährlich rund 2,7 Mio. Eur­o kostet, wurde vom Tiroler Verkehrsverbund und vom damaligen Mobilitätsreferenten LHStv. Toni Steixner eingestellt. Ein Sturm der Entrüstung und ein Sonderlandtag waren die Folge. Jetzt besteht jedoch wieder ein Hoffnungsschimmer, dass es in einem Jahr wieder eine direkte Verbindung zwischen Osttirol und der Tiroler Landeshauptstadt gibt.

„Die politische Vereinbarung haben wir beim Euregio-Treffen paktiert“, erklärt Mobilitätsreferentin LHStv. Ingrid Felipe. Der Taktverkehr zwischen Nord- und Südtirol sei das erklärte Ziel, jeweils in den Morgen- und in den Abendstunden soll in diesem neuen Zwei-Stunden-Takt auch der Direktzug eingebettet werden. Felipe: „Jetzt werden die Rahmenbedingungen und die finanziellen Rahmenbedingungen geprüft.“ Auf die Frage, ob es sich dabei nicht um eine weitere Absichtserklärung handle, um die Osttiroler zu beruhigen, erklärte Felipe: „Wir sind schon viel weiter als noch vor zwei Monaten. Mir geht es um ein Gesamtkonzept.“ Dazu zählt die grüne Landeshauptmannstellvertreterin auch die finanzielle Mitverantwortung.

Bisher beteiligte sich das Land Südtirol mit 168.000 Euro am Direktzug, aus Ticketerlöse­n wurden 200.000 Euro lukriert. „Die Finanzierung muss gerechter werden, schließlich profitiert Südtirol ebenfalls davon“, sagt Felipe. Geplant ist weiters ein Direktzug von Bozen nach Innsbruck sowie gemeinsame, einheitliche und attraktive Tarifangebote für den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr.

Skepsis herrscht bei den Oppositionsparteien. „Bereits bei den Gesprächen im September mit dem Südtiroler LR Thomas Widmann wurde die Prüfung der Wiedereinführung versprochen. Wo sind wir jetzt viel weiter?“, fragt sich der Osttirol-Sprecher der Liste Fritz, Markus Sint. Felip­e hingegen ist überzeugt, dass die Euregio einen Top-Schienen­verkehr ab 2015 erhalten wird. (pn)

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